Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Hotels und Gaststätten fürchten deutliche Mindestlohn-Erhöhung
Nachrichten Wirtschaft Hotels und Gaststätten fürchten deutliche Mindestlohn-Erhöhung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:28 27.06.2016
Anzeige
Berlin

Vor der Entscheidung über einen höheren Mindestlohn warnen Hoteliers und Gastronomen vor übermäßigen Steigerungen. Nach dem Tarifindex des Statistischen Bundesamts würde der Mindestlohn von 8,50 Euro auf mindestens 8,77 Euro steigen.

„Es gibt keine Veranlassung, auch nur einen Cent über den Tarifindex hinauszugehen“, sagte Ingrid Hartges, die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), der Deutschen Presse-Agentur.

„Jeder zusätzliche Cent mehr würde die Belastungen für die Branche verstärken“, sagte Hartges. Es dürfe weder aufgerundet werden noch dürften Tariferhöhungen eingerechnet werden, die später wirksam werden. Hartges sprach von einem unverantwortlichen Überbietungswettbewerb von einigen Politikern und Gewerkschaften, die eine stärkere Erhöhung fordern. „Löhne werden nicht von der Politik erwirtschaftet.“

Eine Kommission entscheidet am Dienstag darüber, wie stark der Mindestlohn Anfang 2017 steigen soll. Der Mindestlohn habe die Kosten und den bürokratischen Aufwand der Branche in die Höhe getrieben und die Erträge gemindert, sagte Hartges. „Wir können uns alle glücklich schätzen, dass die Einführung des Mindestlohns 2015 in eine Zeit der robusten Konjunktur fiel und sich der Arbeitsmarkt so positiv entwickelt hat.“

Nach der jüngsten Branchenumfrage des Dehoga ist es weniger die Höhe des Mindestlohns als der Verwaltungsaufwand, der den Betrieben zu schaffen macht. Von den befragten Gastronomen nannte jeder vierte den Mindestlohn an sich als Problem, die damit verbundene Arbeitszeitdokumentation kreuzte dagegen mehr als jeder zweite an. Bei den Hoteliers waren die Werte niedriger.

dpa

Mehr zum Thema

Schon die Einführung des Mindestlohns hatte für hitzige Diskussionen gesorgt. Kaum weniger groß sind nun in Teilen der Wirtschaft die Widerstände gegen eine Erhöhung der Lohnuntergrenze. Arbeitsmarktforscher raten hingegen zur Gelassenheit.

23.06.2016

Die Arbeitnehmer in Deutschland profitieren weiterhin von Mini-Inflation und kontinuierlich steigenden Löhnen.

24.06.2016

In Deutschland kommen nach einer Schätzung von Arbeitsmarktforschern derzeit rund 154 000 offene Stellen für gering qualifizierte Flüchtlinge in Frage.

24.06.2016

Die Energiekosten für die privaten Verbraucher gehen seit zwei Jahren zurück. Auch die abgelaufene Heizperiode brachte eine Entlastung für Mieter und Hausbesitzer - vor allem, wenn sie mit Öl heizen.

27.06.2016

Den Warnungen vor hohen Kosten zum Trotz haben die Briten für den EU-Austritt ihres Landes gestimmt. Ökonomen wiederholen nun ihre düsteren Prognosen: Die Bertelsmann-Stiftung erwartet Wirtschafts-Einbußen von bis zu 300 Milliarden Euro.

26.06.2016

Vor der Küste Tansanias ist womöglich ein größeres Trümmerteil des seit mehr als zwei Jahren verschollenen Flugzeugs von Flug MH370 gefunden worden.

26.06.2016
Anzeige