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Hunderte Millionen fließen in Tourismus

Hunderte Millionen fließen in Tourismus

Neue Hotels, Schwimmbäder, Museen: Zahllose Projekte in MV sollen Gäste anlocken

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Empfängt seit Juni Gäste: das neue „Kaiserstrand“ Beachhotel von Bansin.

Quelle: Norbert Fellechner

Rostock/Schwerin In MV wird kräftig in den Tourismus investiert: „Etliche hundert Millionen Euro“, schätzt Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes MV. So zum Beispiel in Bansin auf Usedom. Hier lockt seit wenigen Wochen das Hotel „Kaiserstrand“. 35 Millionen Euro verbaute hier die Seetel-Gruppe. Nur wenige hundert Meter weiter entsteht ab 2018 ein weiteres Seetel-Großprojekt: das „Mare Balticum“ mit 70 Appartements, erklärt Seetel-Sprecherin Anne Sturzwage. Und im nahen Trassenheide wird der „Waldhof“ zum Familienhotel erweitert. Geplant: „Ein neues Restaurant, Spa- und Wellnessbereich sowie 40 Suiten und Appartements in zehn Häusern“. Gleich nebenan in Koserow ist mit „Karls Erlebnisdorf“ ein neuer touristischer Anziehungspunkt in der Inselmitte entstanden. Rund 7,5 Millionen Euro investierte „Karls“-Chef Robert Dahl in den rund vier Hektar großen Park.

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Neue Hotels, Schwimmbäder, Museen: Zahllose Projekte in MV sollen Gäste anlocken

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Die wohl bundesweit größte touristische Baustelle ist das frühere „Kraft-durch-Freude“-Bad in Prora auf der Insel Rügen . Nach Schätzungen von Karsten Schneider, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Binz, zu der Prora gehört, werden in den kommenden fünf Jahren „rund 700 Millionen Euro“ investiert. Allein in den fünf insgesamt 4,5 Kilometer langen Blöcken am Strand, wo Hunderte Ferienwohnungen gebaut werden und drei Hotels geplant sind. Unter anderem entstehen hier Ferienwohnungen des Anbieters Novasol. In Arbeit ist auch die Strandpromenade, die von Binz bis Prora verlängert wird. Und damit nicht genug: Auf Rügen wird investiert wie seit Jahren nicht mehr. In Altefähr im Süden der Insel entsteht die Ferienhaus-Siedlung „Sonnengarten“, in Trent im Nordwesten die „Seepark-Residenz“. Der Golfplatz Ranzow plant, von neun auf 18 Löcher zu erweitern.

In Graal-Müritz bei Rostock wächst das Hotel „Zur Seebrücke“ (sieben Mio. Euro, Eröffnung 2017), im Warnemünder Hotel „Neptun“ wurden unter anderem die 338 Zimmer und gut 120 Bäder sowie der Sauna- und Fitnessbereich des Spa saniert, Aufzüge und Parkhaus erneuert. Derzeit entsteht ein Blockheizkraftwerk. „In den zurückliegenden fünf Jahren haben wir dafür pro Jahr rund 2,5 Millionen Euro ausgegeben“, erklärt General Manager Guido Zöllick.

Auch das Grand Hotel Heiligendamm investiert: „Geplant ist ein zusätzliches Gebäude – unter anderem mit beheiztem Außenpool“, erklärt Hoteldirektor Thomas Peruzzo. Baustart könnte 2017 sein.

In Wismar wächst neben dem Wonnemar-Freizeitbad das Wonnemar-Resort mit 90 Zimmern auf 4-Sterne-Niveau. Geplante Eröffnung: Mitte November.

Auch im Binnenland wird Geld in die Hand genommen. So zum Beispiel in Waren an der Müritz – für einen Aqua-Park mit Tauchturm, Hotel und Wellnesseinrichtungen sowie die Modernisierung des Stadthafens. Neu eröffnet wurde im März das Schlosshotel Fleesensee (Seenplatte). Insbesondere junge Gäste könnten auch der bundesweit einmalige, 50 Meter lange „Gläserne Bach“ im Wildpark Güstrow sowie die neuen Rutschentürme bei „Karls Erlebnisdorf“ Rövershagen bei Rostock, (19 Meter Höhe, vier Rutschen) und auf dem Rugard in Bergen auf Rügen (23 Meter, drei Rutschen) anlocken.

Und auch in Kultur wird investiert: So lockt MV unter anderem mit dem nagelneuen, zehn Millionen Euro teuren Anbau des Staatlichen Museums Schwerin , dem gerade wiedereröffneten Schloss Ludwigslust und dem Kulturquartier Neustrelitz . Im Mai 2017 soll die neue Ausstellungshalle des Luftfahrttechnischen Museums Rechlin

(Seenplatte) fertig sein. Der Bau hat bereits begonnen und soll rund eine Million Euro kosten.

MV sei „beim touristischen Ausbau der Infrastruktur gut vorangekommen“, betont Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Um weiter mithalten zu können, seien weitere Investitionen notwendig.

Schwerpunkt: Saisonunabhängigkeit. Glawe verspricht: „Wir werden den Ausbau weiter unterstützen.“

Land fördert touristische Vorhaben

2015 wurden für 38 Infrastrukturvorhaben des Tourismus vom Land rund 32 Mio. Euro Zuschuss aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) gewährt. Beispiele: Polarium Rostock, Wasserwanderrastplatz Stralsund. 2016 flossen für bisher 18 Vorhaben rund 20 Mio. Euro GRW-Zuschuss, z. B. für die Uferpromenade Silohalbinsel Rostock und die Rad-Unterführung B196 Sellin. 2015 gab es im Rahmen der Förderung der gewerblichen Wirtschaft für 22 touristische Vorhaben ca. 7,4 Mio. Unterstützung, 2016 waren es bisher 1,4 Mio. Euro für fünf Projekte.

Thomas Luczak

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