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IG Metall ruft zu 24-Stunden-Warnstreiks auf

Tarifverhandlungen abgebrochen IG Metall ruft zu 24-Stunden-Warnstreiks auf

Die ganze Nacht verhandelt, trotzdem kein Ergebnis: Arbeitgeber und IG Metall finden in Stuttgart keinen Kompromiss. Südwestmetall-Chef Wolf wirft der Gewerkschaft Maßlosigkeit vor.

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Unterhändler: Stefan Wolf (l.), Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, und Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg.

Quelle: Sebastian Gollnow

Stuttgart. Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie bleibt ungelöst und steht damit vor einer weiteren Eskalation. Nachdem sie die ganze Nacht verhandelt hatten, brachen IG Metall und Arbeitgeber ihre Gespräche in Stuttgart am Samstag erneut ohne Ergebnis ab.

Die IG Metall habe zuletzt neue Vorschläge vorgelegt, die nicht mehr verhandelbar gewesen seien, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf und sprach von „maßlosen Forderungen“.

Die IG Metall ruft die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie erstmals zu 24-Stunden-Warnstreiks auf. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand der Gewerkschaft nach dem Abbruch der Verhandlungen gefasst, sagte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann in Stuttgart. Diese Warnstreiks könnten nach Abstimmungen der Beschäftigten von kommendem Mittwoch bis Freitag in bundesweit mehr als 250 Betrieben stattfinden. Zugleich sollen Urabstimmungen über Flächenstreiks vorbereitet werden, hieß es in einer Mitteilung.

Südwestmetall-Chef Wolf sagte, er könne nur davor warnen, den Konflikt weiter eskalieren zu lassen. „Wir behalten uns natürlich rechtliche Schritte vor.“

Zum Auftakt der fünften Verhandlungsrunde im für die Branche bedeutenden Tarifbezirk Südwest am Freitagabend hatten sich beide Seiten noch prinzipiell offen dafür gezeigt, über eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln zu sprechen - sowohl nach unten als auch nach oben. Letztlich blieben die Gespräche dann aber wieder an der Forderung der Gewerkschaft nach einem finanziellen Ausgleich für bestimmte Gruppen von Beschäftigten hängen.

Die IG Metall hatte verlangt, dass die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dafür einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber ablehnen. Ein Alternativvorschlag, über den zwischenzeitlich diskutiert worden sein soll, brachte offensichtlich auch keine Lösung.

Die Gespräche waren am vergangenen Mittwoch schon einmal abgebrochen worden, nachdem es zwischenzeitlich schon fast nach einer Einigung ausgesehen hatte. Die Gewerkschaft hatte dann aber darauf verzichtet, die nächste Eskalationsstufe auszurufen, und sich noch einmal mit den Arbeitgebern an den Verhandlungstisch gesetzt.

Die IG Metall sieht die Verantwortung für den Abbruch der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie bei den Arbeitgebern. „Es gab von der Arbeitgeberseite so gut wie kein konstruktives Angebot“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. „Sondern es gab durchgängig und ausschließlich das Aufwerfen von Problemen.“

Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie werden für jeden der sieben Tarifbezirke einzeln ausgehandelt. Die Ergebnisse in Baden-Württemberg hätten aber wegweisend für ganz Deutschland werden sollen. Zu den Verhandlungen in Stuttgart waren alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall angereist.

dpa

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