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IWF: Brexit streut Sand ins Getriebe der Weltwirtschaft

Washington IWF: Brexit streut Sand ins Getriebe der Weltwirtschaft

Der Brexit in Großbritannien macht der Weltwirtschaft zu schaffen - vor allem aber den Briten selbst. Einer Prognose des Weltwährungsfonds zufolge ist das Inselvolk der größte Verlierer seiner eigenen Entscheidung.

Washington. Großbritannien ist der neuen Weltkonjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds zufolge der Hauptverlierer des Brexit-Referendums.

Das Wirtschaftswachstum der Briten werde im Jahr 2017 auf 1,3 Prozent sinken. Das sind 0,9 Prozentpunkte weniger als der IWF noch im April vorausgesagt hatte. 2014 hatte es noch bei 3,1 Prozent gelegen.

Die Entscheidung der Briten zum Verlassen der Europäischen Union bereitet aber auch der Weltwirtschaft insgesamt Schmerzen. Der IWF korrigierte seine jüngste Wachstumsprognose vom April erneut leicht nach unten. Der Fonds geht jetzt von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent im laufenden Jahr und von 3,4 Prozent im kommenden Jahr aus.

Es habe in der ersten Jahreshälfte ermutigende Signale gegeben, sagte IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld. Die EU-Länder und Japan seien stärker als erwartet gewachsen. „Bis zum 22. Juni waren wir darauf vorbereitet, unsere Prognose sogar leicht anzuheben“, betonte Obstfeld. „Der Brexit hat neuen Sand ins Getriebe gestreut.“

Mit der moderaten Abschwächung der Wachstumsprognose folge der IWF der Reaktion der Finanzmärkte, die moderat auf die EU-Entscheidung in Großbritannien reagiert hätten, sagte der IWF-Chefökonom. Es existierten aber auch andere Szenarien, die deutlich und teilweise extrem schwerere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft beinhalteten. Die Folgen seien vor allem in Großbritannien selbst, aber auch im restlichen Europa, weniger in anderen Ländern der Welt zu spüren.

Der neuen Weltwirtschaftsprognose zufolge wird Deutschlands Volkswirtschaft im laufenden Jahr um 1,6 Prozent und um näcshten Jahr um 1,2 Prozent wachsen. Die Vereinigten Staaten sind beim Wirtschaftswachstum Vorreiter der Industrieländer. Sie wachsen der Prognose zufolge in diesem Jahr um 2,2 Prozent und um 2,5 Prozent im Jahr 2017.

Während sich die Eurozone weiter erhole und auch in Russland ab 2017 wieder mit moderatem Wachstum zu rechnen sei, verlaufe die Wirtschaftsentwicklung in den Ländern Schwarzafrikas, speziell im vom niedrigen Ölpreis geschockten Nigeria problematisch. In dem westafrikanischen Land rechnet der IWF mit einem Minus von 1,8 Prozent im laufenden Jahr und korrigierte damit seine Prognose von vor drei Monaten um 4,1 Prozentpunkte nach unten. Allerdings rechnet der IWF von 2017 an wieder mit einem Anstieg der Ölpreise.

dpa

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