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IWF-Chefin Lagarde vor Gericht: schuldig, aber keine Strafe

Nachwehen der Tapie-Affäre IWF-Chefin Lagarde vor Gericht: schuldig, aber keine Strafe

Schuldspruch, aber keine Strafe: Christina Lagarde, eine der mächtigsten Frauen der Welt, will ungeachtet einer Verurteilung als Chefin des Internationalen Währungsfonds weitermachen.

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IWF-Chefin vor Gericht: Das Pariser Urteil stellt laut Kommentatoren Lagardes Glaubwürdigkeit in Frage.

Quelle: Christophe Petit Tesson

Washington. IWF-Chefin Christine Lagarde will ungeachtet eines Schuldspruches eines Pariser Sondergerichtes ihre Arbeit beim Weltwährungsfonds fortsetzen.

Das aus Lagarde und 24 weiteren Mitgliedern bestehende Führungsgremium des Fonds sprach der 60-Jährigen am Montag (Ortszeit) demonstrativ das Vertrauen aus. Rückendeckung bekam Lagarde auch aus Paris von der Regierung ihres Heimatlandes.

Das Gericht hatte befunden, Lagarde habe in ihrer Zeit als französische Finanzministerin fahrlässig im Amt gehandelt. Dadurch wurden dem dubiosen Geschäftsmann Bernard Tapie 400 Millionen Euro an Schadenersatz zugesprochen. Der Gerichtshof der Republik hatte die 60-Jährige schuldig gesprochen, aber keine Strafe verhängt. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft hatten Freispruch verlangt.

Lagarde sagte, sie wolle nun nach vorne schauen und ihre Arbeit fortsetzen. „Es gibt einen Punkt, an dem man einfach innehalten, eine Seite umblättern und weitermachen muss“, sagte Lagarde am Montagabend (Ortszeit) in Washington. Sie sei sehr glücklich damit, keine Berufung gegen das Urteil einzulegen und all ihre Aufmerksamkeit auf ihre Arbeit an der IWF-Spitze zu konzentrieren.

Die IWF-Führung erklärte, man habe bei der Beurteilung der Sachlage alle relevanten Faktoren in Betracht gezogen, darunter auch die herausragende Führung des IWF durch Lagarde und das weltweite Vertrauen, das diese Führung genieße. „In diesem Zusammenhang erneuert der Vorstand das uneingeschränkte Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Direktorin, ihre Pflichten effektiv fortsetzen zu können.“

Im Mittelpunkt des Prozesses stand die Affäre um den schillernden Ex-Minister und Geschäftsmann Bernard Tapie. Lagarde stimmte 2007 einem Schiedsverfahren zu, um einen langwierigen Rechtsstreit mit Tapie beizulegen. Als die Schiedsmänner dem Unternehmer daraufhin eine hohe Summe von mehr als 400 Millionen Euro zusprachen, verzichtete Lagarde auf einen Einspruch. Im Kern kreidete das Gericht Lagarde an, diesen Einspruch nicht eingelegt zu haben.

Lagarde leitet den Weltwährungsfonds seit 2011 und gehört damit zum kleinen Zirkel der mächtigsten Frauen der Welt. Sie hatte im Prozess in der vergangenen Woche beteuert, sie sei unschuldig und habe nach bestem Gewissen gehandelt. Sie war von 2007 bis 2011 französische Wirtschafts- und Finanzministerin.

Das Schiedsverfahren im Rechtsstreit um Tapie erwies sich letztlich als eine schlechte Lösung. Inzwischen laufen Betrugsermittlungen gegen mehrere Beteiligte, weil es Verbindungen zwischen Tapie und einem der Schiedsleute gegeben haben soll. Der Schiedsspruch wurde deshalb bereits von Gerichten aufgehoben. Tapie (73) wurde zudem verurteilt, die Entschädigung von rund 400 Millionen zurückzuzahlen.

dpa

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