Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft IWF fordert von Deutschland Investitionsschub und Rentenreform
Nachrichten Wirtschaft IWF fordert von Deutschland Investitionsschub und Rentenreform
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:59 10.05.2016
Anzeige
Berlin/Washington

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Deutschland zu Reformen und mehr Investitionen in die Infrastruktur aufgefordert. „Weitere Fortschritte bei Strukturreformen würden das Potenzialwachstum beleben“, schreiben die IWF-Experten in Berlin vorgelegten Empfehlungen.

Darin erkennt der IWF die zusätzlichen Milliarden-Ausgaben unter anderem zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zwar an. Bei Haushaltsüberschüssen sollten die finanziellen Spielräume aber am besten für zusätzliche Investitionen genutzt werden. 

Es gebe immer noch Spielraum für zusätzliche Ausgaben, ohne gegen die strengen Schuldenregeln zu verstoßen, sagte IWF-Expertin Enrica Detragiache. „Wir denken, das wäre eine gute Investition in die Zukunft Deutschlands.“ Unter den seit vielen Jahren niedrigen öffentlichen Investitionen vor allem auf kommunaler Ebene haben aus Sicht des IWF die Kapazitäten für neue Projekte gelitten. Die geringen Investitionen seien auch ein Grund für die hohen Exportüberschüsse Deutschlands. Das Leistungsbilanzplus dürfte in diesem Jahr nahe seinem Rekordniveau verharren, sagt der Währungsfonds voraus.

Der IWF spricht sich dafür aus, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sowie Frauen und ältere Arbeitnehmer zu erweitern. In ihren Empfehlungen raten die IWF-Experten zu einem späteren Renteneintrittsalter. Es wäre hilfreich, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. „Ein längeres Arbeitsleben hätte eine doppelte Dividende zur Folge: Mehr Beschäftigung bei gleichzeitig geringerer Altersarmut.“

„Von einem dynamischeren Deutschland würde auch die nach wie vor fragile wirtschaftliche Erholung im Euroraum profitieren“, heißt es in dem Papier nach Abschluss der jährlichen Beratungen zwischen Bundesregierung, Bundesbank und IWF weiter. 

Wie in den Vorjahren fordert der IWF zusätzliche öffentliche und private Investitionen in die Infrastruktur. Engpässe in Verwaltungen müssten beseitigt werden. Mit mehr Wohnraum müsse der Druck auf dem Wohnungsmarkt abgebaut werden. Erneut verweist der IWF auf die angespannte Lage der Lebensversicherer in Folge der Niedrigzinsen. Finanzexpertin Michaela Erbenova mahnte neue Geschäftsmodelle der Versicherer an. 

Der IWF spricht grundsätzlich von einem weiterhin moderaten Wirtschaftswachstum in Deutschland und erwartet in diesem Jahr einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent sowie von 1,6 Prozent im nächsten Jahr.

dpa

Mehr zum Thema

Die moderne Formel 1 ist ein Datenpuzzle mit Millionen Teilen. Einem Tüftler wie Nico Rosberg kommt die Detailarbeit im Grenzbereich entgegen. Das hat sich der WM-Spitzenreiter auch bei Michael Schumacher abgeschaut.

12.05.2016

Die Industrie profitiert von einer überraschend starken Nachfrage. Volkswirte rechnen damit, dass sich das Wachstum in Deutschland im ersten Quartal beschleunigt hat.

10.05.2016

Der Internationale Währungsfonds hat Deutschland zu weiteren Reformen und mehr Investitionen in die Infrastruktur aufgefordert.

09.05.2016

Jamie-Lee Kriewitz (18), deutsche Grand-Prix-Hoffnung beim Eurovision Song Contest 2016, will im Finale mindestens eine Platzierung im Mittelfeld erreichen.

15.05.2016

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 9.05.2016 um 13:05 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

09.05.2016

Noch sind die Ölpreise im Langzeit-Vergleich weiterhin niedrig. Eine Brandkatastrophe sorgt nun aber dafür, dass die globale Ölmenge knapper und das „schwarze Gold“ wieder etwas teurer wird.

10.05.2016
Anzeige