Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regen

Navigation:
Iberdrola startet Bau von Windpark vor Rügen

Sassnitz Iberdrola startet Bau von Windpark vor Rügen

Spanischer Energiekonzern will Ende 2017 ans Netz / Strom für 350000 Haushalte

Voriger Artikel
New Yorker Schlusskurse am 17.03.2016
Nächster Artikel
Deutsche Wohnen will nach Rekordgewinn Dividende erhöhen

Schwere Technik: Im Seehafen Rostock wird Ausrüstung für den Bau des Windparks verladen.

Sassnitz. . Das Baufeld in der Ostsee vor Rügen ist vorbereitet. Ein Bauschiff mit den ersten 32 Fundamenten nimmt vom spanischen Aviles Kurs dorthin. Das Installationsschiff „Giant 7“ wird im Rostocker Hafen bestückt: Parallel zu den ersten Aktivitäten auf See starteten gestern Iberdrola-Projektleiter Tanis Rey-Baltar und Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) an Land den Bau des 1,4 Milliarden-Euro- Projektes „Wikinger“ gut 30 Kilometer nordöstlich Rügens.

OZ-Bild

Spanischer Energiekonzern will Ende 2017 ans Netz / Strom für 350000 Haushalte

Zur Bildergalerie

Mit „Wikinger“ baut der spanische Energiekonzern Iberdrola seinen ersten Offshore-Windpark in Deutschland. „Mit diesem Projekt sind wir Teil der deutschen Energiewende“, sagte Rey-Baltar im Fährhafen Sassnitz.

Der Zeitplan der Spanier ist ambitioniert: Noch vor Ostern sollen die Rammarbeiten für die ersten Fundamente beginnen. Teils werden sie bis zu 40 Meter tief im Boden verankert. Die Rotoren der 5-Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von 135 Metern — doppelt so hoch wie die Berliner Siegessäule. Ende 2017 — so die Iberdrola-Pläne — soll das 350-Megawatt-Projekt mit 70 Anlagen ans Netz gehen und rein rechnerisch Strom für rund 350 000 Haushalte liefern, wie Rey-Baltar sagte.

„Wikinger“ ist nach Baltic 1 und Baltic 2 der dritte Windpark in der deutschen Ostsee. Die Spanier — nach eigenen Angaben mit 14 200 Megawatt installierter Leistung Weltmarktführer in der Windkraft — planen bereits ein weiteres Projekt. Die Arbeiten für das Projekt „Windanker“ in der Nähe von „Wikinger“ könnten 2021 starten. „Es gibt eine Menge Synergien. Dies kann ein sehr effizientes Projekt werden“, sagte Rey-Baltar. Die Investition sei jedoch abhängig von der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, nach der die Vergabe auf das Modell von Ausschreibungen umgestellt werden soll. Iberdrola sieht wie andere Investoren auch die vorgesehene Obergrenze zum Bau von Offshore-Windparks kritisch.

Im Fährhafen Sassnitz sorgte der Baustart gestern für zufriedene Gesichter. Dies sei ein guter Tag für die Energiewende und für den Wirtschaftsstandort MV, sagte Pegel. Iberdrola will den Hafen für 25 Jahre als Service- und Wartungspunkt nutzen. Damit sollen 200 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Sassnitz entstehen. Der Hafen, dessen Umschlag in den letzten Jahren auf 1,8 Millionen Tonnen absackte, setzt zunehmend auf Industrie und Industrie-Jobs. „Die Transitverkehre haben sich mit der EU-Osterweiterung verschoben“, begründete Hafenchef Harm Sievers den Tonnage-Rückgang. Gerade Lastwagen aus Polen und Tschechien steuerten den Hafen Swinemünde an.

Vor dem Hintergrund von teils scharfer Kritik am Windkraftausbau betonte Pegel die Potenziale der erneuerbaren Energien für Mecklenburg-Vorpommern. Die Energiewende sei eine Riesenchance für das Land und könne für eine Reindustrialisierungswelle sorgen. Nach Iberdrola-Angaben gehen mehr als 50 Prozent des Gesamtauftragsvolumen an deutsche Firmen.

Das „Wikinger“-Projekt

70 Windkraft-Anlagen sollen bis Ende 2017 ans Netz gehen und 350 Megawatt Leistung bringen. So könnte Strom für bis zu 350000 Haushalte geliefert werden. Das Projekt ist 1,4 Milliarden Euro teuer.

Stromnetzbetreiber 50 Hertz treibt die Vorarbeiten für die Verlegung der Stromtrasse voran. Von Mai an sollen die insgesamt 90 Kilometer langen Seekabel zwischen Windpark und Anlandestelle Lubmin verlegt werden.

Auch klimatechnisch ist das Iberdrola-Projekt top: mit 600 000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr.

Von Martina Rathke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.