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Wirtschaft Iberdrola startet Bau von Windpark vor Rügen
Nachrichten Wirtschaft Iberdrola startet Bau von Windpark vor Rügen
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00:01 18.03.2016
Schwere Technik: Im Seehafen Rostock wird Ausrüstung für den Bau des Windparks verladen.

. Das Baufeld in der Ostsee vor Rügen ist vorbereitet. Ein Bauschiff mit den ersten 32 Fundamenten nimmt vom spanischen Aviles Kurs dorthin. Das Installationsschiff „Giant 7“ wird im Rostocker Hafen bestückt: Parallel zu den ersten Aktivitäten auf See starteten gestern Iberdrola-Projektleiter Tanis Rey-Baltar und Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) an Land den Bau des 1,4 Milliarden-Euro- Projektes „Wikinger“ gut 30 Kilometer nordöstlich Rügens.

Spanischer Energiekonzern will Ende 2017 ans Netz / Strom für 350000 Haushalte

Mit „Wikinger“ baut der spanische Energiekonzern Iberdrola seinen ersten Offshore-Windpark in Deutschland. „Mit diesem Projekt sind wir Teil der deutschen Energiewende“, sagte Rey-Baltar im Fährhafen Sassnitz.

Der Zeitplan der Spanier ist ambitioniert: Noch vor Ostern sollen die Rammarbeiten für die ersten Fundamente beginnen. Teils werden sie bis zu 40 Meter tief im Boden verankert. Die Rotoren der 5-Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von 135 Metern — doppelt so hoch wie die Berliner Siegessäule. Ende 2017 — so die Iberdrola-Pläne — soll das 350-Megawatt-Projekt mit 70 Anlagen ans Netz gehen und rein rechnerisch Strom für rund 350 000 Haushalte liefern, wie Rey-Baltar sagte.

„Wikinger“ ist nach Baltic 1 und Baltic 2 der dritte Windpark in der deutschen Ostsee. Die Spanier — nach eigenen Angaben mit 14 200 Megawatt installierter Leistung Weltmarktführer in der Windkraft — planen bereits ein weiteres Projekt. Die Arbeiten für das Projekt „Windanker“ in der Nähe von „Wikinger“ könnten 2021 starten. „Es gibt eine Menge Synergien. Dies kann ein sehr effizientes Projekt werden“, sagte Rey-Baltar. Die Investition sei jedoch abhängig von der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, nach der die Vergabe auf das Modell von Ausschreibungen umgestellt werden soll. Iberdrola sieht wie andere Investoren auch die vorgesehene Obergrenze zum Bau von Offshore-Windparks kritisch.

Im Fährhafen Sassnitz sorgte der Baustart gestern für zufriedene Gesichter. Dies sei ein guter Tag für die Energiewende und für den Wirtschaftsstandort MV, sagte Pegel. Iberdrola will den Hafen für 25 Jahre als Service- und Wartungspunkt nutzen. Damit sollen 200 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Sassnitz entstehen. Der Hafen, dessen Umschlag in den letzten Jahren auf 1,8 Millionen Tonnen absackte, setzt zunehmend auf Industrie und Industrie-Jobs. „Die Transitverkehre haben sich mit der EU-Osterweiterung verschoben“, begründete Hafenchef Harm Sievers den Tonnage-Rückgang. Gerade Lastwagen aus Polen und Tschechien steuerten den Hafen Swinemünde an.

Vor dem Hintergrund von teils scharfer Kritik am Windkraftausbau betonte Pegel die Potenziale der erneuerbaren Energien für Mecklenburg-Vorpommern. Die Energiewende sei eine Riesenchance für das Land und könne für eine Reindustrialisierungswelle sorgen. Nach Iberdrola-Angaben gehen mehr als 50 Prozent des Gesamtauftragsvolumen an deutsche Firmen.

Das „Wikinger“-Projekt

70 Windkraft-Anlagen sollen bis Ende 2017 ans Netz gehen und 350 Megawatt Leistung bringen. So könnte Strom für bis zu 350000 Haushalte geliefert werden. Das Projekt ist 1,4 Milliarden Euro teuer.

Stromnetzbetreiber 50 Hertz treibt die Vorarbeiten für die Verlegung der Stromtrasse voran. Von Mai an sollen die insgesamt 90 Kilometer langen Seekabel zwischen Windpark und Anlandestelle Lubmin verlegt werden.

Auch klimatechnisch ist das Iberdrola-Projekt top: mit 600 000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr.

Von Martina Rathke

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