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Im Juli Rekordhoch bei freien Stellen

Nürnberg Im Juli Rekordhoch bei freien Stellen

Auch wenn derzeit so manche Kommune unter den finanziellen Lasten stöhnt - mit der Verwaltung und Betreuung von Flüchtlingen entstehen derzeit bundesweit viele neue Arbeitsplätze. Selten waren die Jobchancen für Arbeitslose so gut. Doch das könnte sich bald ändern.

Nürnberg. Deutsche Unternehmen suchen derzeit so viele Arbeitskräfte wie selten zuvor. Nicht zuletzt trage dazu der wachsende Bedarf an Personal im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise bei, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Mehr Menschen würden etwa gebraucht, um Flüchtlinge zu betreuen, zu verwalten und unterzubringen. Die Behörde stellte am Mittwoch ihren Stellenindex BA-X für Juli vor.

Allein öffentliche Verwaltungen suchten derzeit 10 600 Mitarbeiter - ein Zuwachs von knapp 75 Prozent. Sicherheits- und Bewachungsfirmen hätten im Juli 4100 Kräfte gesucht - ein Plus von 50 Prozent. Daneben gebe es zuletzt auf dem Bau, in der Pflege und in Sozialberufen spürbar mehr freie Jobs als noch im Juli 2015. Entsprechend kletterte der Index im Juli auf 217 Punkte - der damit das höchste Niveau seit seiner Einführung im Januar 2005 erreichte.

Auch nach Einschätzung von Volkswirten deutscher Großbanken zeigte sich der Arbeitsmarkt im Juli weiter robust. Nach ihren Berechnungen waren in dem Monat 2,664 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; dies wären saisonbedingt rund 50 000 mehr als im Juni, aber rund 110 000 weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag (28.7.) veröffentlichen.

Nach dem Brexit-Votum sei aber zweifelhaft, ob sich der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin ähnlich dynamisch entwickele wie in den zurückliegenden Jahren, meinen einige Ökonomen. Denn die Entscheidung der Briten für einen EU-Ausstieg sorgt nach Einschätzung der Experten in vielen deutschen Unternehmen zunehmend für Verunsicherung.

Viele Firmenchefs vermissten Klarheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien. Mittelfristig sei daher mit gebremsten Investitionen und einem schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft zu rechnen, prognostizierten Volkswirte.

„Das könnte dann auch Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben - wenn auch nicht allzu gravierend“, betonte etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. Viel stärker werde in den nächsten Monaten, auf jeden Fall aber 2017, die wachsende Zahl Job suchender Flüchtlinge die Arbeitslosenzahlen steigen lassen, glauben die Fachleute.

Schneider rechnet wegen der Brexit-Folgen bereits in diesem Jahr mit einer konjunkturdämpfenden Wirkung. „Wir waren bisher für 2017 von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,6 Prozent ausgegangen. Jetzt rechnen wir nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,3 Prozent“, berichtete er. Auch andere Geldinstitute haben inzwischen ihre Wachstumserwartungen für 2017 nach unten korrigiert.

dpa

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