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In Bahn-Tarifverhandlungen wird der Ton schärfer

Neue Gespräche geplant In Bahn-Tarifverhandlungen wird der Ton schärfer

„Tricks“, „Hohn“, „Blockade“: Die Bahn und die Lokführergewerkschaft gehen in Berlin früher auseinander als geplant. Doch noch gibt es einen weiteren Verhandlungstermin.

Berlin. Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn wird nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) der Ton schärfer.

„Die Bahn hat ihre Chance vertan“, teilte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag mit. Er warf dem Bundeskonzern Tricks und Augenwischerei vor. Die Bahn verhöhne das Zugpersonal. Bahn-Personalchef Ulrich Weber sagte dagegen: „Wir gehen große Schritte auf die GDL zu.“ Wie Weselsky sprach er jedoch von einer Blockadehaltung der Gegenseite.

Die Verhandlungen waren in der Nacht zu Freitag wieder ohne Ergebnis geblieben. Beide Seiten setzten sich nicht wie geplant am Vormittag nochmals zusammen, sondern vertagten sich bis zum nächsten Termin am 28. November in Frankfurt. Für einen Erfolg müsse die Bahn ihr Angebot zur Arbeitszeit deutlich verbessern, verlangte Weselsky. Von Warnstreik sprach er nicht.

Beide Seiten liegen in den Verhandlungen für die rund 35 000 Beschäftigten des Zugpersonals noch weit auseinander. Die Bahn legte am Freitag ein erstes Angebot vor: 1,5 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. Oktober 2016 plus 0,2 Prozent in Form eines höheren Zusatzurlaubs für Nachtarbeit, außerdem eine Einmalzahlung von 375 Euro.

Eine weitere Einkommensverbesserung von 2,5 Prozent soll sich zum 1. Januar 2018 aus einer Arbeitszeitsenkung ergeben, die 2015 vereinbart worden war. Damit würde das Tarifergebnis vom Vorjahr verrechnet, kritisierte Weselsky. „Solche Tricks sind mit der GDL nicht zu machen.“

Der Bahn schwebt eine Laufzeit des Tarifvertrags von 27 Monaten vor. Sie fordert zudem einen Flächentarifvertrag für den Nahverkehr. Damit will die Bahn verhindern, dass andere Eisenbahn-Unternehmen ihr mit Hilfe niedrigerer Löhne Konkurrenz machen. Der Abstand liegt nach Konzernangaben noch immer bei sieben bis zehn Prozent.

In den ersten Verhandlungsrunden war darüber diskutiert worden, wie das Zugpersonal entlastet werden kann und wie die Arbeitsbedingungen verbessert werden können. „Da gibt es noch keinen Konsens“, bekannte Weber. Die GDL habe „eine lange Liste mit meist unerfüllbaren Wünschen“ vorgelegt und blockiere den Bahn-Vorschlag, neue Arbeitszeit- und Schichtplanmodelle zunächst zu testen. „Die GDL-Forderungen für ein komplett neues Arbeitszeitsystem führen nach DB-Bewertung zu einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich.“

Mit den jetzigen Schichtplänen sind aus Sicht der GDL Familie und Beruf nicht vereinbar. Lokführer im Schicht- und Wechseldienst wüssten montags nicht, ob sie am Dienstag arbeiten. Die GDL will zwei zusammenhängende freie Tage pro Woche und größere Abstände zwischen den Schichten festschreiben und fordert einen Jahresruhezeitplan.

Die Bahn verhandelt parallel mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die Verbesserungen für 150 000 Beschäftigte erreichen will, darunter auch das Zugpersonal. Beide Seiten treffen sich am 23. November wieder in Berlin. Die EVG hatte zuletzt Warnstreiks im Dezember nicht ausgeschlossen.

dpa

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