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Industrie 4.0 elektrisiert Unternehmen aus MV

Rostock Industrie 4.0 elektrisiert Unternehmen aus MV

Bringen „wow“ und „now“ den lange ersehnten Durchbruch der Industrie in Mecklenburg-Vorpommern? Gut möglich, meint Steffen Himstedt.

Rostock. Bringen „wow“ und „now“ den lange ersehnten Durchbruch der Industrie in Mecklenburg-Vorpommern? Gut möglich, meint Steffen Himstedt. Der Schweriner, ganz Herr seiner Sinne, betreut mit seiner Firma Trebing & Himstedt die SAP-Datensysteme von namhaften Unternehmen, wie Beiersdorf („Nivea“) und Continental. „Wow“ und „now“ ist die Kurzformel für die nächste industrielle Revolution, nach Dampfmaschine und Computer, bekannt unter dem Schlagwort Industrie 4.0.

 

OZ-Bild

Mario Aehnelt vom Rostocker Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Quelle: Institut

Wie das gehen soll, schilderte Himstedt gestern bei einer Veranstaltung zum Thema Digitalisierung der Industrie- und Handelskammer und des Vereins Deutscher Ingenieure in Rostock: Ein Kunde entwirft am Computer seinen persönlichen Traumturnschuh, der ihn restlos begeistert („wow“) und den er sofort haben will („now“). Die Daten des digitalen Modells fließen an einen kleinen Fertigungsbetrieb, der die Traumschuhe mittels 3D-Drucker herstellt. Schon ein paar Stunden nach der Bestellung klingelt der Paketbote beim Kunden.

Mit einer Produktion in Fernost ist das nicht machbar, dann hätten die Schuhe ja noch eine wochenlange Schiffsreise vor sich. Himstedt hält es für wahrscheinlich, dass deshalb ein Teil der industriellen Produktion aus China zurück nach Europa kommt. „Das ist eine Chance für Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Himstedt, der seine Schweriner Firma 1992 nach einem Ingenieursstudium in Rostock gründete.

Digitalisierung und Industrie 4.0 ist auch für eher bodenständig anmutende Firmen ein großes Thema. Zum Beispiel für die Stralsunder Störtebeker-Brauerei, wie deren Chef Jürgen Nordmann schilderte:

„Wir sind extrem darauf angewiesen, die Digitalisierung zu nutzen.“ 30 verschiedene Biersorten vertreibt das Unternehmen über den Handel, seine Konkurrenten, fast ausnahmslos riesige Weltkonzerne, beschränken sich je Marke auf eine Handvoll davon. Ohne aufwendiges Datenmanagement in allen Produktionsstufen sei das nicht mehr machbar, so Nordmann. Allein im Gärkeller liefern 4000 Sensoren Daten über den Reifegrad des werdenden Bieres.

Ähnlich läuft es beim Rostocker Medizintechnik-Hersteller Cortronik, der nach Angaben des Produktionschefs Christoph Steuer kurz vor dem Sprung in die weltweite „Super-Liga“ steht. Das Unternehmen stellt Stents für die Gefäßchirurgie her und rechnet mit einer Verdreifachung seiner Produktion in absehbarer Zeit. Bis zu 1800 Daten muss die Firma für jeden Stent messen, speichern und archivieren.

Der Wissenschaftler Mario Aehnelt vom Rostocker Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung sieht vor allem für kleine und mittlere Unternehmen gute Möglichkeiten durch die Industrie 4.0.

Das Schweriner Wirtschaftsministerium stellt bald eine Studie von ihm vor, es geht um Perspektiven für die heimische Wirtschaft. IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen glaubt: „Das ist eine der wenigen Chancen für unser Bundesland, um nach vorne zu kommen.“

gkw

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