Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Iran: Milliardengeschäfte scheitern an deutschen Banken

Gabriel in Teheran Iran: Milliardengeschäfte scheitern an deutschen Banken

Der Iran will seine Ölmilliarden auch in Deutschland ausgeben. Doch Geschäfte steckten fest, weil sich Banken wegen US-Sanktionen zurückhalten, kritisiert das Land. Iran dringt auf Hilfe aus Berlin.

Teheran. Mit dem zweiten Teheran-Besuch von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) innerhalb von 14 Monaten hofft der Iran auf einen Durchbruch der wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland. Nach Angaben des iranischen Ölministers blieb dieser aber wegen Problemen mit deutschen Banken aus.

„Wir haben Milliarden aus dem Ölexport, mit denen wir gute Geschäfte mit den Deutschen machen könnten“, sagte Bidschan Namdar Sanganeh nach seinem Treffen mit Gabriel.

Dies sei aber derzeit nicht machbar, weil wegen Problemen mit Banken das Geld nicht überwiesen werden könne. „Das ist schlecht für uns, aber auch schlecht für Deutschland“, so der Minister im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem habe er mit dem deutschen Vizekanzler offen und ausführlich besprochen. Laut Sanganeh hatte Gabriel Verständnis für die iranische Verärgerung gezeigt.

Zwar wurden nach dem Atomabkommen vergangenes Jahr die Sanktionen gegen den Iran im Januar aufgehoben, aber der Handel kommt nicht richtig in Gang. Ein Grund sind noch bestehende Strafmaßnahmen der USA. Deutsche und europäische Banken, die auch in den Vereinigten Staaten aktiv sind, schrecken daher davor zurück, Iran-Deals zu finanzieren. So musste die Commerzbank 2015 auch wegen Verstößen gegen amerikanische Sanktionen bei Geschäften mit dem Iran 1,45 Milliarden Dollar an US-Behörden zahlen. Auch die französische Großbank BNP Paribas wurde mit einer Milliarden-Strafe belegt.

Laut Minister Sanganeh bestehe zwar weiter großes Interesse und viel Potenzial für eine intensive Zusammenarbeit mit Deutschland, aber ohne Bankverbindungen seien Geschäfte de facto nicht machbar. Daran seien die Amerikaner schuld und nicht die Deutschen. Er sei der Auffassung, dass über politische Kanäle eine Lösung des Problems möglich sei. „Deutschland ist schließlich eine politische und wirtschaftliche Weltmacht,“ sagte Sanganeh. Er schlug vor, die Bundesregierung könne den deutschen Großbanken Sicherheit vor Strafen aus den USA zusichern.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
«Verträgliche Lösungen finden»

Weniger Stellen, weniger Geschäftsbereiche, mehr Digitalisierung - der neue Konzernchef Zielke baut die Commerzbank radikal um. Der Vorstand ist überzeugt, die Bank damit profitabler zu machen. Der Verkauf der Firmenzentrale spült Geld in die Kasse.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.