Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Jeder Dritte im Osten bekommt Urlaubsgeld
Nachrichten Wirtschaft Jeder Dritte im Osten bekommt Urlaubsgeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 07.06.2017
Rostock

Über ein paar Scheine mehr in der Urlaubskasse freut sich wohl jeder. Unterstützung von der Firma für die Sommerfreuden gibt es aber längst nicht für alle: Nur 43 Prozent der Beschäftigen in Deutschland bekommen Urlaubsgeld. Im Osten kann sich sogar nur jeder Dritte (33 Prozent) über das Lohn-Plus freuen, im Westen jeder Zweite (49 Prozent). Das geht aus einer gestern vorgestellten Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Immerhin: In den neuen Bundesländern steigt der Anteil. Vor einem Jahr erhielt in Ostdeutschland nur gut jeder vierte Arbeitnehmer (27 Prozent) die Extra-Zahlung.

Deren Höhe fällt ziemlich unterschiedlich aus: Die Spanne in Mecklenburg-Vorpommern beginnt bei 154,50 Euro – für Landwirtschafts- Mitarbeiter der mittleren Tarifgruppe. Am oberen Ende stehen durchschnittlich 2165 Euro in der Metall- und Elektroindustrie. Kranhersteller Liebherr MCCtec in Rostock überweist seinen Angestellten im Juni Urlaubsgeld in Höhe von bis zu 69 Prozent eines Monatsgehalts. Bei gut bezahlten Fachkräften kommen da ansehnliche Beträge zusammen – bei denen allerdings auch noch das Finanzamt die Hand aufhält.

Die 1520 Beschäftigten der MV Werften in Wismar, Stralsund und Warnemünde sind erst ab 2018 mit ihren Kollegen von Liebherr gleichgestellt. Dieses Jahr gilt für die Schiffbaubetriebe, die sich in einer Übergangsphase befinden, noch ein eigener Tarifvertrag. Laut dem sind Urlaubs- und Weihnachtsgeld in einer Sonderzahlung von 1600 Euro brutto zusammengefasst, die im November auf dem Konto der Mitarbeiter landet. 2018 gibt es dann für die MV-Schiffbauer Urlaubs- und Weihnachtsgeld getrennt – und unter dem Strich mehr als jetzt.

Ebenfalls kein Extra-Urlaubsgeld bekommen Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst, erklärt Dietmar Knecht, Landesgeschäftsführer des Deutschen Beamtenbundes. Polizisten beispielsweise erhalten im Dezember eine Sonderleistung, die aus Urlaubs- und Weihnachtsgeld besteht. Die Höhe beträgt, je nach Tarifgruppe, 35 bis 45 Prozent eines Monatsgehalts. Bei Angestellten des Landes, beispielsweise den meisten Lehrern, gilt das gleiche Prinzip. Mit 45 bis 71,5 Prozent eines Monatslohns fällt ihre Sonderleistung höher aus.

Bei Bundesbeamten, also etwa bei Zöllnern, Bundespolizisten oder Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen, wurden Urlaubs- und Weihnachtsgeld 2005 abgeschafft. Das Geld wird auf die Monatseinkommen aufgeschlagen, die dadurch um fünf Prozent gestiegen sind. In MV arbeiten 97000 Menschen als Angestellte des Öffentlichen Dienstes für den Staat.

„Im Osten hat sich ein bisschen was getan“, sagt Professor Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs, zu dem Anstieg der Urlaubsgeld-Empfänger. Man dürfe das aber nicht überbewerten. Am ehesten erhalten Beschäftigte mit Tarifverträgen die Sonderzahlungen. In MV werden 47 Prozent der Beschäftigten nach Tarif bezahlt, bundesweit sind es 56 Prozent. Vor 25 Jahren lag die Tarifbindung noch bei rund 80 Prozent.

Gerald Kleine Wördemann

. Mehr als jedes fünfte Unternehmen in Deutschland hat inzwischen Flüchtlinge eingestellt – meist jedoch als Praktikanten oder Hilfskräfte.

07.06.2017

Geld, Gas, Fußball – mehr verbinden die meisten Menschen nicht mit dem Scheichtum Katar. Doch diese Gleichgültigkeit ist ein Fehler, denn das kleine Emirat ist eine wirtschaftliche Großmacht. Der Einfluss des Emirs reicht bis nach Deutschland.

06.06.2017

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 6.06.2017 um 20:31 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

06.06.2017