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08:52 13.07.2013
Jeder zweite Hartz-Empfänger erhält bereits seit Jahren Geld vom Jobcenter. Foto: Oliver Berg/Symbol
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Nürnberg

Jeder zweite Hartz-IV-Empfänger erhält nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bereits seit vier Jahren Geld vom Jobcenter. Von den sechs Millionen Hartz-IV-Betroffenen seien im Jahr 2012 mehr als 2,8 Millionen oder 46,5 Prozent auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen.

Das berichtete BA-Sprecherin Anja Huth und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung (Freitag). Allerdings sei nur ein Teil davon arbeitslos, relativierte die Sprecherin den Zeitungsbericht. Die Zahl sage daher nicht unbedingt etwas über die Situation von Langzeitarbeitslosen in Deutschland aus.

Zu jenen, die über einen längeren Zeitraum Hartz IV bezögen, gehörten allein 300 000 alleinerziehende Frauen: Sie verzichteten von sich aus auf eine Jobvermittlung und bezögen drei Jahre lang Grundsicherung, um sich auf die Kindererziehung konzentrieren zu können, gab die BA-Sprecherin zu bedenken. Hinzukämen rund 1,2 Millionen sogenannte Aufstocker, die zwar einen Job hätten, davon aber nicht leben könnten. „Etliche von ihnen verdienen dabei gar nicht schlecht, erhalten aber wegen ihrer großen Familie ergänzend Hartz-IV“, erläutert BA-Sprecherin Huth.

Richtig sei, dass besonders häufig Kinder Hartz IV beziehen müssten. In der Altersgruppe der 7- bis 15-Jährigen seien bundesweit 56,1 Prozent schon seit mehr als vier Jahren auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. „Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Kinder mit dem Hartz-IV-Bezug ihrer Eltern automatisch ebenfalls zu Hartz-IV-Empfängern werden“, erläuterte Huth. Trotzdem sehe die Bundesagentur diese Entwicklung mit Sorge.

Was die Situation von Langzeitarbeitslosen angehe, so hat sich nach BA-Einschätzung die Situation in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. „Wir haben über 700 000 Langzeitarbeitslose weniger als 2007. Noch nie waren so wenige Menschen auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen wie im vergangenen Jahr“, erläuterte das für Hartz IV zuständige BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt.

Wer Menschen, die schon länger arbeitslos waren, in Arbeit bringen wolle, brauche einen langen Atem. Es dauere oft Jahre, Menschen mit Schulden, Drogensucht oder einer Erkrankung für den Arbeitsmarkt fit zu machen. „Erfolge zeigen sich deshalb nicht unbedingt von heute auf morgen“, unterstrich Alt.

dpa

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