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Jeder für sich bei der Vermeidung von Einwegbechern

Umweltschutz Jeder für sich bei der Vermeidung von Einwegbechern

In einem Punkt sind sich alle einig: Massenhaft im Einwegbecher verkaufter „Coffee to go“ schadet der Umwelt. Doch beim Bemühen um Abfallvermeidung herrscht noch bundesweites Klein-Klein.

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Auf einem Mülleimer stapeln sich Einweg-Kaffeebecher.

Quelle: Uwe Zucchi / Illustration

München. Bei der Vermeidung umweltschädlichen Einwegbecher-Mülls ist bundesweit keine einheitliche Strategie in Sicht. Bundes- oder landesweite Verbote sind rechtlich ohnehin ausgeschlossen.

Mehrere Bundesländer arbeiten aber an freiwilligen Vereinbarungen mit Gastronomen und Kaffee-Ketten, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Landeshauptstädten ergeben hat. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert dagegen eine konzertierte Anstrengung für ein einheitliches Mehrwegsystem.

Nach dem Prinzip der Freiwilligkeit komme man nicht voran, sagt Thomas Fischer, Fachmann für Kreislaufwirtschaft bei der DUH. „Der Handel steht in der Bringschuld.“

Beispiel Berlin: Allein in der Bundeshauptstadt werden nach Schätzung der Umweltverwaltung alljährlich 170 Millionen Einwegbecher verkauft - 48 Stück pro Einwohner, 2400 Tonnen zusätzlicher Abfall im Jahr. Die neue rot-rot-grüne Koalition hat sich die Einführung eines Mehrwegsystems „gemeinsam mit Handels- und Umweltverbänden“ vorgenommen. Die DUH schätzt, dass bundesweit etwa drei Milliarden Pappbecher über die Ladentheken gehen - wobei die Becher keineswegs nur aus Pappe bestehen, sondern oft auch kunststoffbeschichtet sind.

Hessen war offenbar am schnellsten. Dort gibt es die landesweite Initiative „Becherbonus“ - das Umweltministerium wirbt bei Bäckereien, Tankstellen-Betreibern, Cafés und Lebensmittelketten für „BecherBonus“ - wenn der Kaffee in einen wiederverwendbaren Becher gefüllt wird, soll der Kunde mindestens zehn Cent Rabatt erhalten.

Andere Bundesländer überlegen noch. Das bayerische Umweltministerium hat einen Runden Tisch mit Unternehmen, Kommunen und Verbänden einberufen. „Diese Spirale beim Konsummüll müssen wir durchbrechen“, sagt Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). Niedersachsen erklärt, man arbeite „mit Nachdruck“ an einer Verringerung der Einwegbecher.

Die Hamburger Umwelt- und Stadtentwicklungsbehörde will mit gutem Beispiel vorangehen und Einweg- durch Mehrwegbecher ersetzen. Denn derzeit werden nach Angaben von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) allein in seiner Behörde noch 15 000 Einwegbecher pro Jahr ausgegeben.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erklärte kürzlich eine bundesweite Regelung für überflüssig - „das geht auf lokaler und freiwilliger Basis“, sagte die SPD-Politikerin den „Ruhr-Nachrichten“.

So gibt es bislang hauptsächlich eine unkoordinierte Vielzahl einzelner Initiativen aus Unternehmen und Kommunen oder auch von einzelnen Bürgern. Dabei gibt es unterschiedliche Lösungen. Etwa die Einführung von Mehrwegbechern mit Rückgabe. Oder Pfandsysteme mit Beteiligung mehrerer Unternehmen, so wie es vor kurzem im südbadischen Freiburg eingeführt wurde. Die Kunden erhalten dort den Mehrweg-Plastikbecher „Freiburg-Cup“ und zahlen für diesen einen Euro Pfand.

Eine vergleichsweise einfache Lösung ist das Abfüllen in mitgebrachte Privatbecher der Kundschaft. Letzteres wird - zum Teil schon seit einigen Jahren - von großen Ketten wie Starbucks, Balzac Coffee, Tchibo und McDonald's praktiziert, meist gegen Rabatt. Nur Tchibo bietet keinen Rabatt - der Kaffee sei ohnehin schon günstiger als bei den meisten Konkurrenten, argumentiert das Hamburger Unternehmen.

Lokale Initiativen gibt es in mehreren Städten - in Berlin ebenso wie im oberbayerischen Rosenheim. Erfolgreich über ihre bayerischen Wurzeln hinaus ausgebreitet hat sich die Privatkampagne „Coffee to go again“ der Münchnerin Julia Post, an der mittlerweile bundesweit über 300 Betriebe beteiligt sind. Sie verpflichten sich freiwillig, Kaffee auch in mitgebrachten Bechern abzufüllen und machen das mit dem Aufkleber der Initiative außen am Laden deutlich.

dpa

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