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K+S stellt sich auf schwierige Zeiten ein

Kassel K+S stellt sich auf schwierige Zeiten ein

Der Kali-Hersteller K+S hat derzeit viele Baustellen - entsprechend vorsichtig ist trotz guter Zahlen 2015 der Blick in die nähere Zukunft. Und dann überrascht K+S-Chef Steiner noch mit einer Ankündigung zu seiner Person.

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzkonzern K+S muss sich 2017 einen neuen Chef suchen. K+S-Chef Norbert Steiner (61) überraschte am Donnerstag in Frankfurt mit der Ankündigung, er werde seinen im Mai 2017 auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

„Ich gehe davon aus, dass ich dann in den Ruhestand wechsele“ , sagte er. Einen Nachfolger gebe es noch nicht.

Auf das laufende Jahr blickt der Konzern wegen eines niedrigen Kalipreises und hoher Anlaufkosten für die neue Mine in Kanada vorsichtig. Zudem könne wegen eingeschränkter Abwasser-Genehmigungen im hessisch-thüringischen Kalirevier die Produktion ins Stocken geraten, sagte Steiner. 

2016 werde das operative Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert liegen, teilte der Dax-Absteiger mit. Auch der Umsatz dürfte leicht sinken. Im vergangenen Jahr hatte K+S 4,18 Milliarden Euro umgesetzt (plus 9,3 Prozent zu 2014), der Gewinn schnellte um rund 30 Prozent auf 495,2 Millionen Euro hoch. Die Dividende soll von 0,90 auf 1,15 Euro steigen. Die Anleger verschreckte der Ausblick: Die Aktie fiel zwischenzeitlich um sieben Prozent.

Steiner wollte die Anklage der Staatsanwaltschaft Meiningen gegen ihn und Chefaufseher Ralf Bethke wegen Gewässerverunreinigung und unerlaubtem Umgang mit Abfällen nicht kommentieren. „Die Ermittlungen beeinträchtigen das Geschäft nicht.“ Es geht um 9,5 Millionen Kubikmeter Salzabwasser, die K+S von 1999 bis 2007 im Werra-Revier in eine poröse Gesteinsschicht gepumpt haben soll. Das Unternehmen hält die Vorwürfe für unbegründet. 

Im Sommer erwarte K+S eine Genehmigung zur Verpressung von Kalilauge in tiefe Gesteinsschichten „für längere Zeit“, betonte Steiner. Wegen eines fallenden Pegels in der Werra könne es aber im Frühjahr zu Produktionseinschränkungen kommen, weil nicht mehr so viel Abwasser in den Fluss geleitet werden dürfe. Bereits Ende 2015 hatte K+S die Kali-Produktion an der Werra gedrosselt, weil die Genehmigung ausgelaufen war. 

Die neue Kalimine „Legacy“ ist dagegen im Plan. In Kanada soll Ende 2016 die erste Tonne Kali produzieren. 2016 sei das letzte Jahr mit hohen Investitionskosten für das Projekt, sagte Steiner.

K+S ist der größte Salzhersteller der Welt, den Großteil ihres Gewinns machen die Kasseler aber mit der Produktion von Kali-Dünger für die Landwirtschaft. Das Unternehmen beschäftigt rund 14 400 Mitarbeiter.

dpa

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