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Wirtschaft KTG Agrar pleite: Was wird aus Anklams Ölmühle?
Nachrichten Wirtschaft KTG Agrar pleite: Was wird aus Anklams Ölmühle?
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00:01 06.07.2016

/Anklam. Einer der größten deutschen Agrarkonzerne – die KTG Agrar – geht in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Beim Amtsgericht Hamburg hatte das Unternehmen den Antrag auf Eröffnung eines solchen Verfahrens eingereicht. Der Antrag sei angenommen worden, teilte die KTG Agrar SE (Sitz Hamburg) gestern mit. Auslöser für die wirtschaftliche Schieflage sollen fällige Zinszahlungen von knapp 18 Millionen Euro für eine 2011 aufgelegte Anleihe sein. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung hatte ein Volumen von 250 Millionen Euro und ist mit 7,125 Prozent jährlich verzinst.

Mit dem Geld aus der Anleihe hatte KNG riesige Ländereien aufgekauft. In Deutschland kaufte sich die Hamburger Holding vor allem in ehemalige LPG-Nachfolgebetriebe ein. Später erweiterte das Unternehmen seinen Landzug auf die EU-Länder Litauen und Rumänien. In Mecklenburg-Vorpommern besitzt der international agierende Konzern mindestens sechs Agrarbetriebe. 2011 übernahm KTG zudem Anklams Ölmühle.

Insgesamt gehören dem Agrarriesen rund 45000 Hektar Acker, außerdem Biogasanlagen und Verarbeitungsbetriebe, auch in der Bio-Branche. KTG ist seit 1994 am Markt und baut Agrarrohstoffe wie Getreide, Kartoffeln, Raps und Soja an. In der Öko-Sparte ist KTG Agrar – nach Anbaufläche – europäischer Marktführer. Geldgeber fand KTG auch in China und bei einer Versicherung in Portugal.

Vom aktuellen Insolvenzverfahren sollen nach Angaben eines Sprechers nur 15 Mitarbeiter der Holding betroffen sein. Die Gesamtmitarbeiterzahl des Konzerns wird mit 800 angegeben.

Elke Ehlers

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