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Wirtschaft Künftig kein Balkon auf Kreuzfahrtschiffen
Nachrichten Wirtschaft Künftig kein Balkon auf Kreuzfahrtschiffen
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18:30 08.10.2018
Wintergarten statt Balkon: So werden die Kabinen wieder etwas größer. Quelle: Frank Behling
Rostock

Bis zum Jahresende werden weltweit über 27 Millionen Menschen eine Kreuzfahrt angetreten haben. Das ist neuer Rekord. Damit die Begeisterung für Kreuzfahrten auch erhalten bleibt, müssen Reedereien bei den Innovationen ständig nachrüsten. Die jüngste Idee ist die Abschaffung der klassischen Balkonkabine.

Im französischen St. Nazaire liegt an der Ausrüstungspier der Werft Chantiers de la Atlantique die „Celebrity Edge“. Es ist das erste Schiff, bei dem der Kabinenbereich wieder überwiegend glatt und geschlossen ist – so wie die Bordwände der klassischen Liner. „Die klassischen Balkone sind zwar gut. Die neuen Infinite-Kabinen auf der ‚Celebrity Edge‘ sind aber die innovative Weiterentwicklung. Der Passagier hat in Zukunft die Wahl, ob er eine Kabine mit Balkon möchte oder lieber eine größere Außenkabine“, sagt Richard Fain, Aufsichtsratschef der Reederei-Gruppe Royal Caribbean Cruises Ltd aus Miami. Zur zweitgrößten Kreuzfahrtreederei der Welt gehört die Marke Celebrity Cruises.

Hintergrund: 918 der 1467 Kabinen der „Celebrity Edge“ sind so genannte Infinite Verandas. Das sind Außenkabinen im klassischen Sinn. Sie haben zunächst eine verglaste Außenwand, bei der sich der obere Teil der Glaswand elektrisch absenken lässt. „Der Gast hat so die die Möglichkeit, seine Kabine dem Meer zu öffnen und sie als Balkon zu nutzen“, so Lisa Lutoff-Perlo, Vorstand von Celebrity Cruises. Vorteil: Durch den Wegfall des separaten Balkons werden die Kabinen größer. Statt 17 bis 18 Quadratmetern bei der zuvor bis 2013 in Papenburg gebauten „Solstice“-Klasse von Celebrity kommt die Standard-Außenkabinen der „Edge“-Klasse jetzt auf 23 Quadratmeter. „Damit haben wir ein Raum-Platz-Angebot wie noch nie zuvor in diesem Segment der Kreuzfahrt“, sagt Lutoff-Perlo.

Diese neuen Kabinen helfen zudem Treibstoff zu sparen. „Die glatte Außenwand sorgt dafür, dass es weniger Verwirbelungen und Windwiderstand gibt“, sagt Richard Fain. Deutlich weniger Widerstand soll auch der 306 Meter lange Rumpf bei der Fahrt in der See verursachen. Bis zu fünf Prozent weniger Treibstoffverbrauch versprechen sich die Entwickler durch den inversen Bug mit dem vorstehenden Steven ohne Wulstbug.

Bei der Schiffsgröße liegt die „Celebrity Edge“ jedoch nahezu exakt auf dem Niveau der Vorgängerschiffe. „Diese Größe hat sich bewährt und sie bietet uns die größte Vielfalt bei den Destinantionen“, sagt Lutoff-Perlo bei einem Vorabtermin auf der Werft. Die Zahl der Passagiere bleibt bei Doppelbelegung mit 2918 unter der Marke von 3000. Damit kann das Schiff in fast allen Zielen in Europa, Nordamerika und Fernost eingesetzt werden. Die Jungfernfahrt geht nach der Taufe durch die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai aber zunächst im Winter in die Karibik.

Insgesamt sind vier Schiffe des Typs bei der Werft Chantiers de la Atlantique bestellt. Sie sollen bis 2022 in Dienst gestellt werden. Das zweite Schiff, die „Celebrity Apex“, wird 2020 in Southampton getauft.

Frank Behling

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