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Wirtschaft Kleine deutsche Agentur will Rating-Riesen angreifen
Nachrichten Wirtschaft Kleine deutsche Agentur will Rating-Riesen angreifen
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00:01 30.08.2016

„Wir wollen die europäische Stimme auf dem Markt für Ratings werden“, kündigt Torsten Hinrichs in seinem schicken Büro mit Blick über den Berliner Tiergarten vollmundig an. Seine kleine Agentur Scope Ratings will die ganz Großen der Branche das Fürchten lehren. Die Großen, das sind die US-Agenturen Standard and Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch, die bislang 92 Prozent des europäischen Marktes kontrollieren. Will eine Firma, ein Fonds oder ein Staat Anleihen ausgeben, dann führt kein Weg an den Ratingagenturen vorbei. Sie bewerten die Kreditwürdigkeit und vergeben eine Note – die beste ist das berühmte „Triple A“. Diese Bewertung entscheidet darüber, wie leicht und zu welchen Konditionen die Kreditnehmer am Markt ihr Geld bekommen. Bislang ist Scope mit ihren rund 60 Angestellten ein kleiner Fisch unter den Agenturen. Doch ihr Wachstum ist beachtlich: Lag der Marktanteil laut der Europäischen Finanzmarktaufsicht Esma vor zwei Jahren noch bei 0,14 Prozent, schätzen die Analysten von Scope ihn mittlerweile auf rund ein Prozent. Den jüngsten Meilenstein erreichte Scope im August, als die Agentur vom Gasproduzenten Linde – dem ersten Kunden aus dem Dax – das Ratingmandat erhielt. Ein halbes Dutzend weitere Dax-Unternehmen sollen folgen. Was die Deutschen von den großen drei unterscheidet, ist das Bewertungsmodell. Weniger mechanisch und eher meinungsgeladen wollen sie sein – entsprechend kritisiert Hinrichs die großen Konkurrenten: „In den letzten Jahren haben wir beobachtet, dass die Analysen der US-Agenturen weniger aussagekräftig geworden sind.“ Damit kritisiert der langjährige Deutschland-Chef von S&P auch sich selbst. Seit 2014 leitet er Scope – und hat schon viel erreicht: 20 Millionen Euro hat Scope investiert und Büros in London, Paris, Madrid und Mailand eröffnet. Ein schnelles Wachstum ist Hinrichs wichtiger als Profitabilität. Das Geld für seine Pläne kommt von bekannten deutschen Familienunternehmern: Florian Schöller und BMW-Großaktionär Stefan Quandt halten große Anteile an Scope.

Scope-Chef Torsten Hinrichs Quelle: AFP

OZ

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