Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeschauer

Navigation:
Kleine deutsche Agentur will Rating-Riesen angreifen

Berlin Kleine deutsche Agentur will Rating-Riesen angreifen

„Wir wollen die europäische Stimme auf dem Markt für Ratings werden“, kündigt Torsten Hinrichs in seinem schicken Büro mit Blick über den Berliner Tiergarten vollmundig an.

Berlin. „Wir wollen die europäische Stimme auf dem Markt für Ratings werden“, kündigt Torsten Hinrichs in seinem schicken Büro mit Blick über den Berliner Tiergarten vollmundig an. Seine kleine Agentur Scope Ratings will die ganz Großen der Branche das Fürchten lehren. Die Großen, das sind die US-Agenturen Standard and Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch, die bislang 92 Prozent des europäischen Marktes kontrollieren. Will eine Firma, ein Fonds oder ein Staat Anleihen ausgeben, dann führt kein Weg an den Ratingagenturen vorbei. Sie bewerten die Kreditwürdigkeit und vergeben eine Note – die beste ist das berühmte „Triple A“. Diese Bewertung entscheidet darüber, wie leicht und zu welchen Konditionen die Kreditnehmer am Markt ihr Geld bekommen. Bislang ist Scope mit ihren rund 60 Angestellten ein kleiner Fisch unter den Agenturen. Doch ihr Wachstum ist beachtlich: Lag der Marktanteil laut der Europäischen Finanzmarktaufsicht Esma vor zwei Jahren noch bei 0,14 Prozent, schätzen die Analysten von Scope ihn mittlerweile auf rund ein Prozent. Den jüngsten Meilenstein erreichte Scope im August, als die Agentur vom Gasproduzenten Linde – dem ersten Kunden aus dem Dax – das Ratingmandat erhielt. Ein halbes Dutzend weitere Dax-Unternehmen sollen folgen. Was die Deutschen von den großen drei unterscheidet, ist das Bewertungsmodell. Weniger mechanisch und eher meinungsgeladen wollen sie sein – entsprechend kritisiert Hinrichs die großen Konkurrenten: „In den letzten Jahren haben wir beobachtet, dass die Analysen der US-Agenturen weniger aussagekräftig geworden sind.“ Damit kritisiert der langjährige Deutschland-Chef von S&P auch sich selbst. Seit 2014 leitet er Scope – und hat schon viel erreicht: 20 Millionen Euro hat Scope investiert und Büros in London, Paris, Madrid und Mailand eröffnet. Ein schnelles Wachstum ist Hinrichs wichtiger als Profitabilität. Das Geld für seine Pläne kommt von bekannten deutschen Familienunternehmern: Florian Schöller und BMW-Großaktionär Stefan Quandt halten große Anteile an Scope.

 

OZ-Bild

Scope-Chef Torsten Hinrichs

Quelle: AFP

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Thomas Gens will in Schwerin Politik für die Inseln Rügen und Hiddensee machen.

Für die Partei „Achtsame Demokraten“ will der Direktkandidat Thomas Gens in den Landtag von MV

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.