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Konjunkturaufschwung gewinnt Ende 2016 an Tempo

Starkes Jahresquartal Konjunkturaufschwung gewinnt Ende 2016 an Tempo

Die Verbraucher sind in Kauflaune, der Bau boomt - die deutsche Wirtschaft erhöht Ende 2016 die Drehzahl. Die Brexit-Pläne und die neue US-Regierung unter Donald Trump sorgen allerdings für Unsicherheit.

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Jede Menge Ware auf dem Weg zu den Endverbrauchern: Lastwagen stauen sich auf der Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg.

Quelle: Christian Charisius

Berlin/Wiesbaden. Die deutsche Wirtschaft geht mit Rückenwind in die nächsten Monate. Getrieben vom Konsum und vom Bauboom gewann der Aufschwung Ende 2016 an Tempo und liefert damit eine gute Basis für dieses Jahr.

Das Bruttoinlandsprodukt legte von Oktober bis Dezember gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Zuvor war die Wirtschaftsleistung nur um 0,1 Prozent gestiegen.

Im Gesamtjahr wuchs die deutsche Wirtschaft um 1,9 Prozent und damit so stark wie zuletzt vor fünf Jahren. Die Wiesbadener Behörde bestätigte vorläufige Zahlen.

Das Plus zum Jahresende fiel zwar geringfügig schwächer aus als von Volkswirten erwartet. Viele hatten mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent gerechnet. Anlass zu Pessimismus ist das aus ihrer Sicht aber nicht.

„Das gute vierte Quartal setzt den Schlusspunkt hinter ein dynamisches Jahr 2016. Deutschland ist spürbar schneller gewachsen als im langfristigen Durchschnitt“, erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Viele internationale Turbulenzen seien wegen der starken Binnenwirtschaft kaum auf Deutschland durchgeschlagen.

Nach vorläufigen Daten der Statistiker trugen die Kauflust der Bundesbürger und die Ausgaben des Staates, auch für die Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge, maßgeblich zum Wachstum Ende 2016 bei. Der Staat habe seine Konsumausgaben deutlich erhöht, die privaten Haushalte noch einmal leicht, erklärte die Behörde.

Vielen Verbrauchern sitzt das Geld locker, weil Sparen kaum noch mit Zinsen belohnt wird. Die niedrige Inflation erhöht die Kaufkraft zusätzlich - auch wenn die Teuerung zuletzt wegen gestiegener Energiepreise auf 1,9 Prozent anzog. Auch der anhaltende Immobilienboom sorgte für Schwung.

Obwohl Deutschlands Exportwirtschaft 2016 das dritte Rekordjahr in Folge hingelegt hatte, bremste der Außenhandel nach vorläufigen Berechnungen das Wachstum. Die Importe stiegen deutlich stärker als die Ausfuhren.

Im Vorjahresvergleich legte das preisbereinigte BIP von Oktober bis Dezember um 1,2 Prozent zu. Für dieses Jahr hat die deutsche Wirtschaft nach Angaben der Statistiker bereits ein Plus von 0,5 Prozent sicher, selbst wenn sie in allen vier Quartalen nicht weiter wachsen sollte.

Ökonomen rechnen mit einer Fortsetzung des Aufschwungs. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet für die ersten drei Monate „ein ordentliches Plus“ von 0,6 Prozent gegenüber dem vierten Quartal.

Wesentliche Stütze der Konjunktur dürften die Ausgaben des Staates und kauffreudige Verbraucher bleiben. Allerdings könnten die privaten Konsumausgaben nicht mehr ganz so stark zulegen wie 2016, erwartet das Marktforschungsunternehmen GfK. Die steigende Inflation werde die Konsumlust mancher Bundesbürger dämpfen.

Sorgen bereiten Ökonomen zudem die Abschottungspläne von US-Präsident Donald Trump. Sie befürchten Einbußen für den Wohlstand, sollte der Republikaner seinen Anti-Globalisierungs-Kurs voll umsetzen. Auch der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) verunsichert. Aus Sicht der EU-Kommission sind die politischen Unsicherheiten in diesem Jahr so hoch wie lange nicht.

dpa

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Lange Zeit war es vor allem der Export, der für Wachstum und Wohlstand in Deutschland sorgte. Inzwischen tragen auch die Verbraucher ihr Scherflein dazu dabei, dass der Konjunkturmotor rund läuft. Daran dürfte sich wohl auch 2017 kaum etwas ändern.

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