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Krankenkasse DKV erhöht Beitrag um bis zu 130 Euro im Monat

Berlin/Düsseldorf Krankenkasse DKV erhöht Beitrag um bis zu 130 Euro im Monat

Die Beitragserhöhung bei der DKV ist ordentlich. Doch ist dieser eine Fall ein Signal, dass es bei der privaten Krankenversicherung ans Eingemachte geht? Der PKV-Verband weist dies zurück.

Berlin/Düsseldorf. Auf Hunderttausende von Privatpatienten kommt eine drastische Erhöhung ihrer Krankenversicherungsbeiträge zu. Zum 1. April erhöhen sich diese beim zweitgrößten privaten Krankenversicherer, der DKV, über alle Tarife der Vollversicherten hinweg um 7,8 Prozent.

Das bestätigte Sprecherin Sybille Schneider am Donnerstag in Düsseldorf. Das bedeute Steigerungen pro Monat um bis zu 130 Euro.

Man habe den Anstieg auf 129,90 Euro im Monat beschränkt, für über 65-Jährige auf 79,90 Euro, sagte die Sprecherin. Um einen noch größeren Beitragssprung zu vermeiden, habe man 439 Millionen Euro aus Rückstellungen eingesetzt. Knapp 60 Prozent der rund 815 000 Vollversicherten seien in diesem Jahr von einer Beitragsänderung betroffen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wertete die Erhöhung als Beleg dafür, dass es für die private Krankenversicherung ans „Eingemachte“ gehe. Das Neugeschäft breche ein, die Niedrigzinsphase schmälere zunehmend auch die langfristigen Geldanlagen der Versicherer, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. Von diesen Problemen seien alle Anbieter betroffen.

Als Hauptgrund für die deutliche Beitragserhöhung nannte DKV-Sprecherin Schneider den starken Leistungsanstieg. Sie wies darauf hin, das die Beitragssteigerung in den vergangenen beiden Jahren mit 2,3 Prozent und 1,1 Prozent relativ moderat ausgefallen sei.

Aufgrund der vom Gesetzgeber vorgegebenen Systematik bei der Beitragsberechnung komme es bei privaten Versicherern immer wieder zu solchen Beitragssprüngen. Seit Jahren bemühe man sich ohne Erfolg um eine andere Systematik, die Beitragsanhebungen für die neun Millionen Privatversicherten in kleineren moderaten Schritten ermöglichten, hieß es beim Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV). Ein Sprecher sagte, die bisher geltende Systematik sei zu unflexibel und führe „zu einem unnötigen Wechsel von mehrjährigen Nullrunden und dann sprunghaft ansteigenden Beiträgen“.

Die meisten privaten Krankenversicherer (rund 90 Prozent) haben den Angaben zufolge bereits zum 1. Januar ihre Beitragsanpassungen vorgenommen. Bis auf die AXA fielen sie eher moderat aus. Teilweise gebe es sogar Senkungen. So hat die Debeka als größter privater Krankenversicherer im Oktober mitgeteilt, dass ihre Beiträge auch 2016 stabil bleiben und es für 1,5 Millionen Mitglieder sogar Beitragssenkungen gebe. Zum 1. April sei dann die diesjährige Tarifrunde der Privaten abgeschlossen, hieß es.

Lauterbachs Darstellung, dass es für die private Krankenversicherung ans „Eingemachte“ gehe, wurde vom PKV-Verband zurückgewiesen.

dpa

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