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Kreise: Bahn will in Gütersparte 2100 Stellen streichen

Berlin Kreise: Bahn will in Gütersparte 2100 Stellen streichen

Die Bahn ringt schon lange mit ihrer schwächelnde Gütersparte. Nun gibt es ein Sanierungskonzept. Die Gewerkschaft EVG reagiert skeptisch.

Berlin. Die Deutsche Bahn will bei der geplanten Sanierung des Verlustbringers Schienengüterverkehr rund 2100 Arbeitsplätze streichen. Auf einer Liste der Bahntochter DB Cargo stehen 215 Verladestationen in Deutschland, die künftig nicht mehr angefahren werden sollen, wie aus Konzernkreisen verlautete.

Das wäre jede siebte der insgesamt 1500 Güterumschlagplätze. Betroffen wären nach diesen Informationen vor allem kleine Güterbahnhöfe, an denen oft nur einzelne Wagen abgeholt werden. Die 215 Stationen stünden für lediglich 0,4 Prozent des Güterbahn-Umsatzes in Deutschland, hieß es. Die Bahntochter DB Cargo (früher: DB Schenker Rail) verspreche sich davon geringere Fixkosten.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) reagierte am Mittwoch zurückhaltend auf die neuen Pläne. Entscheidend sei, dass die Bahn nach einem Rückgang der Verkehrsleistung in den vergangenen Jahren wieder auf Wachstum setze, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft wolle „eine Strategie bis zum Jahr 2030 sehen, die schlüssig ist“. Einen Beschluss über die Zukunft der Güterbahn werde es erst auf der Bahn-Aufsichtsratssitzung am 8. Juni geben. Bereits am 30. März werde das Bahn-Konzept auf einer Sondersitzung des Gesamtbetriebsrats von DB Cargo erörtert.

Ziel des Sanierungskonzepts ist es nach Darstellung aus dem Umfeld des Konzerns, den Güterverkehr durch genauere Steuerung effizienter zu machen. Lokführer sollen zudem künftig 70 Prozent statt bisher 55 Prozent ihrer Arbeitszeit einen Zug bewegen. Anders als bisher soll der Vertrieb unmittelbar für die Auslastung der Züge verantwortlich sein.

DB Cargo beschäftigt 17 500 Mitarbeiter in Deutschland, in Europa sind es insgesamt 31 000. Im Dezember war noch von 2600 Stellen die Rede, die wegfallen sollten. Entlassen wird niemand, möglich sind aber andere Einsatzorte oder neue Aufgaben.

Mit der Sanierung will die Güterbahn bis Ende 2018 wieder profitabel werden. Die mittelfristige Planung sieht vor, den Umsatz bis 2020 um 700 Millionen Euro auf 5,5 Milliarden Euro zu steigern. Damit soll ein Gewinn vor Zinsen und Steuern von mindestens 200 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

Die Sparte war 2015 mit einem Ergebnis von minus 183 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern deutlich in die Verlustzone geraten. Schwierigkeiten hat die größte Güterbahn Europas aber schon länger. In den vergangenen fünf Jahren musste sie Aufträge an die Konkurrenz abgeben: Der Marktanteil von DB Cargo ging um 10 Prozentpunkte auf 62 Prozent im Jahr 2015 zurück.

Die Gründe dafür seien „mangelnde Qualität und zu hohen Kosten“, hieß es in den Konzernkreisen. Die Lieferungen erreichten zu oft ihre Ziele nicht pünktlich. Im Wettbewerb mit dem Lastwagenverkehr der Straße hat die Güterbahn wegen der niedrigen Dieselpreise einen schweren Stand.

dpa

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