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Kritik am Umweltausgleich für zweite Ostsee-Pipeline dauert an

Stralsund/Schwerin Kritik am Umweltausgleich für zweite Ostsee-Pipeline dauert an

Der bei Bauern umstrittene Umweltausgleich für den Bau der zweiten Ostsee-Pipeline auf Rügen stößt auch bei Agrarpolitikern des Landes auf Skepsis.

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Im Hafen Mukran auf der Insel Rügen werden bereits Stahlrohre für die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 gestapelt.

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Stralsund/Schwerin. Der bei Bauern umstrittene Umweltausgleich für den Bau der zweiten Ostsee-Pipeline auf Rügen stößt auch bei Agrarpolitikern des Landes auf Skepsis. Das Unternehmen Nord Stream 2 habe die Landwirte viel zu spät von seinem Vorhaben informiert, sagte der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Holger Kliewe, gestern nach einer Sitzung des Agrarausschusses des Landtags. Dadurch sei ein Druck erzeugt worden, der nun eine Konsensbildung erschwere. Zudem sei ein Umweltausgleich auf Ackerflächen abzulehnen. Alternativen seien leider nicht ausreichend in Erwägung gezogen worden.

Kritik kam auch von der Linksfraktion. Deren umweltpolitische Sprecherin Mignon Schwenke sagte, die Kommunikation der Vorschläge der Nord-Stream- 2-Betreiber durch die Landgesellschaft grenze an gutsherrschaftliches Verhalten. „Gute landwirtschaftliche Böden dürfen dabei nicht zum Ausgleich genutzt werden.“

Nord Stream 2 plant als Ausgleich für den Bau der zweiten Ostsee-Pipeline durch den Greifswalder Bodden umfangreiche Renaturierungsvorhaben auf Rügen. Mehr als ein Dutzend Landwirtschaftsbetriebe fürchten um den Verlust von bis zu 1200 Hektar Ackerboden und haben Widerspruch im laufenden Genehmigungsverfahren angekündigt. Unterstützung kommt vom Bauernverband.

Anders als der Bauernverband hält die Umweltorganisation WWF eine Renaturierung auf Rügen für grundsätzlich zweckmäßig. Eine Reduktion von Nährstoffen in der Landwirtschaft sei ein sinnvoller Umweltausgleich für den Pipelinebau und könne zur Senkung der Nährstoffeinträge in den Greifswalder Bodden führen, sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp. Es sei aber nicht zu akzeptieren, wie Druck auf die Landwirte ausgeübt werde.

Nach WWF-Angaben sollte der Umweltausgleich möglichst im Eingriffsbereich der Pipeline und damit in Nähe des Greifswalder Boddens liegen. „Dieses Gebiet ist für uns die erste Wahl.“ Dennoch hält der WWF eine vom Kreistag Vorpommern-Rügen geforderte Prüfung von Alternativen für sinnvoll. Für einen Umweltausgleich käme auch der südliche Festlandbereich des Boddens infrage, sagte Lamp.

Der WWF warnte davor, eine mögliche Genehmigung für den Pipelinebau von Kompensationsmaßnahmen für den Eingriff in die Umwelt abzukoppeln. „Wenn ein Umweltausgleich nicht rechtssicher genehmigt ist, darf es auch keine Genehmigung für den Pipelinebau geben“, sagte Lamp.

Nord Stream 2 steht unter Zeitdruck. 2018 will das Unternehmen mit der Verlegung der Rohre beginnen. Mehr als 27 300 Rohrsegmente lagern bereits auf Rügen. Im Sommer soll in Sassnitz die Betonummantelung der Rohre starten.

OZ

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