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Landwirte auf schwierige Zeiten eingeschworen

Hannover Landwirte auf schwierige Zeiten eingeschworen

Präsident Rukwied auf dem Deutschen Bauerntag im Amt bestätigt / Forderung nach Agrarwende abgelehnt

Hannover. Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht seine Branche zu Unrecht in der Kritik. Zum Auftakt des zweitägigen Deutschen Bauerntages in Hannover erklärte er in einer betont kämpferischen Rede: „Die Angriffe in letzter Zeit sind schärfer geworden.“ Sowohl Umweltverbände wie den Bund, aber auch den grünen Spitzenpolitiker Anton Hofreiter ging er unter dem Applaus der 600 Delegierten scharf an. Er warnte davor, die deutsche Landwirtschaft mitten in der Marktkrise durch ein immer enger werdendes Regulierungs-Korsett zu ersticken: „Wir brauchen keine Agrarwende – die deutschen Bauern wirtschaften nachhaltig.“ Sie hätten auch das Tierwohl im Blick.

Derzeit leiden Bauern etwa unter niedrigen Preisen und wegbrechenden Märkten. Gesunkene Weltmarktpreise und der russische Importstopp für EU-Agrarprodukte haben bei vielen Betrieben zu heftigen finanziellen Einbußen geführt. Betroffen sind vor allem Milchbauern, doch auch bei Schweinefleisch sowie bei Obst und Gemüse ist die Lage kritisch.

Rukwied warnte: „Ein Land ohne Landwirtschaft hat keine Zukunft.“ Die Bauern bräuchten gerade in der Krise ermutigende Signale und Impulse, die zeigten, dass sie eine Zukunft hätten.

„Wir haben viele Steine aus dem Weg zu legen“, sagte der bisherige DBV-Präsident, bevor er mit 88,76 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt als Chef des Deutschen Bauernverbands (DBV) bestätigt wurde. Im DBV sind nach dessen eigenen Angaben etwa 300000 deutsche Landwirte und ihre Familien organisiert.

Rukwied betonte, die Bauern dürften auch Respekt und Anerkennung erwarten. Er mahnte zugleich: „Wenn der Rahmen, den man uns setzt, immer enger wird, wird das nicht funktionieren.“ Zukunft für die deutsche Landwirtschaft bedeute auch den Export heimischer Agrarprodukte in Drittländer außerhalb der EU.

Auf die Folgen des britischen EU-Ausstiegs eingehend warnte er davor, nun die bisherigen EU-Mittel für die deutschen Bauern zu reduzieren oder zugunsten von NGO's umzuschichten.

Ausdrücklich begrüßte Bauernpräsident Rukwied zudem die Zulassungsverlängerung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

OZ

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