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Wirtschaft Lebensversicherer unter Druck
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00:05 05.12.2017
Magere Zeiten: Ja, wo ist er denn, der Garantiezins? Quelle: Foto: Büttner/dpa
Frankfurt/Main

Zinsflaute und der Aufbau eines milliardenschweren Kapitalpuffers nagen seit Jahren an der Rendite von Lebensversicherungen. Der beliebte Altersvorsorgeklassiker wirft immer weniger ab. Jetzt setzt Branchenprimus Allianz Leben ein Signal: Die laufende Verzinsung bleibt 2018 stabil.

„Wir möchten die Menschen überzeugen und sie dafür gewinnen, fürs Alter vorzusorgen“, sagt Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber. Experten bezweifeln jedoch, dass die Entscheidung der Stuttgarter eine branchenweite Trendwende signalisiert. So tritt beispielsweise die Alte Leipziger auf die Zinsbremse. „Im Schnitt dürfte die laufende Verzinsung für Neuverträge im kommenden Jahr bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen bei rund 2,40 Prozent liegen“, sagt Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata voraus. In diesem Jahr waren es noch 2,61 Prozent – bezogen auf den Sparanteil, nach Abzug von Abschluss- und Verwaltungskosten. Die laufende Verzinsung setzt sich aus dem vom Bundesfinanzministerium festgelegten Garantiezins und der Überschussbeteiligung zusammen, über die Versicherer je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Anlagestrategie jedes Jahr neu entscheiden. Der Garantiezins für Neuverträge liegt bei nur noch 0,9 Prozent. In der Vergangenheit waren es bis zu vier Prozent. Besitzer von Alt-Policen mit einer hohen Garantie stehen also vergleichsweise gut da. Allerdings sind auch sie von der sinkenden Überschussbeteiligung betroffen. Das Zusatzplus im Alter fällt daher oft geringer aus als erhofft.

Wegen der Zinsflaute fällt es den Assekuranzen immer schwerer, die hohen Versprechen von einst an den Kapitalmärkten zu erwirtschaften. Viele Assekuranzen setzen inzwischen daher im Neugeschäft auf Policen ohne Garantiezins. Diese sagen lediglich den Erhalt der eingezahlten Beiträge zu und sollen eine etwas höhere Rendite abwerfen. Doch auch diese Produkte bleiben vom Zinsrückgang nicht verschont. Im laufenden Jahr kommen Neuverträge Assekurata zufolge im Schnitt auf 2,44 Prozent – 0,4 Prozentpunkte weniger als noch 2016.

Friederike Marx

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