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Leonardo DiCaprio kämpft gegen illegalen Fischfang

Miami Leonardo DiCaprio kämpft gegen illegalen Fischfang

Mit Satellitentechnik und Radar spürt die Internet-Seite Global Fishing Watch Fischräuber auf den Weltmeeren auf

Miami. . Der im Umweltschutz engagierte Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio kämpft gegen illegalen Fischfang. Gestern stellte der Hollywoodstar die Website Global Fishing Watch vor, mit der Internetnutzer künftig selbst in den Weltmeeren Fischräubern auf die Spur kommen können. Anlass ist der Beginn der zweitägigen Our Oceans Conference unter der Schirmherrschaft von US-Außenminister John Kerry in Washington.

 

OZ-Bild

Schauspieler und Umweltschützer Leonardo Di Caprio

Quelle: AFP

Die Vorstellung der Internetseite durch DiCaprio wird online unter www.ourocean2016.org gezeigt

Zu den Projektpartnern gehören der Internetriese Google, die Umweltschutzorganisation Oceana und SkyTruth, eine Nichtregierungsorganisation, die mit Hilfe von Satellitentechnik Umweltsünder überführen will. Sechs Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) steckte DiCaprio aus eigener Tasche in das 10,3 Millionen Dollar teure Projekt, wie der Oceana-Vizechef Jackie Savitz sagte.

GlobalFishingWatch.org kombiniert Satellitentechnologie mit Radar auf Schiffen. Nutzer können so „selbst in der Mitte des Ozeans“ das Treiben von Fischern verfolgen und die Route von rund 35

000 kommerziellen Fischfangschiffen verfolgen. Zwar sind die verfügbaren Daten nach einem Vertrag mit der zuständigen Satellitenbetreiberfirma Orbcomm bereits drei Tage alt, das entspreche aber laut Savitz „fast Echtzeit“.

Auch wenn die Verzögerung bedeute, dass Kriminelle nicht unmittelbar aufgespürt werden könnten, eröffne die Technologie einem breiten Publikum die Möglichkeit, die Weltmeere zu überwachen. Das werde hoffentlich einen Abschreckungseffekt haben, denn die „Schiffe wissen, dass wir sie sehen können“, sagte Savitz.

Beispielsweise würden Nutzer erfahren, ob Schiffe ein Meeresschutzgebiet angesteuert oder passiert hätten. Schiffe würden mit Name und Landeskennung identifiziert. Auch die Schiffsrouten seien ersichtlich – etwa wenn ein Schiff auffällige Zickzack-Wege fahre, um illegale Ladung nicht an der Küste zu löschen, sondern auf hoher See auf ein anderes Schiff zu verladen.

Auch andere illegale Machenschaften und Menschenrechtsverletzungen könnten so aufgespürt werden. Während sich nicht alle Möglichkeiten von Global Fishing Watch dem gewöhnlichen Internetnutzer erschlössen, könnten Experten weiteren Nutzen aus dem Programm ziehen, sagte Savitz. Illegale Fischerei hat laut der UN-Welternährungsorganisation (FAO) einen Anteil von 35 Prozent am weltweiten Fischfang und ein Volumen von 23,5 Milliarden Dollar. Überfischung ist ein wachsendes Problem. Rund zwei Drittel der Fischbestände in den Ozeanen sind laut FAO überfischt oder erschöpft.

Die Bestände von einigen der größten Fischarten, wie Thunfisch oder Schwertfisch, lägen zehn Prozent unter ihrem historischen Niveau.

Kerry Sheridan

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