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Wirtschaft Letzte Chance für friedliche Lösung im Metall-Tarifkonflikt
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03:19 25.02.2018
Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld für die bundesweit 3,9 Millionen Branchenbeschäftigten. Quelle: Martin Sehmisch
Böblingen

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaft vor der vierten Verhandlungsrunde ihre Bereitschaft zu Lösungen bekundet.

Zwar forderten sie heute in Böblingen die jeweils andere Seite auf, „große Schritte“ zu machen. Die Verhandlungsführer vermieden aber weitere Drohungen. Im besonders umstrittenen Thema Arbeitszeitverkürzung kündigten sie Lösungsvorschläge an. Die Tarifparteien streben einen Pilotabschluss im Bezirk Baden-Württemberg an. Verhandelt wird für bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigte.

IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger betonte: „Ich möchte heute hier nicht über ganztägige Warnstreiks reden, sondern wir sind hier, um an Lösungen zu arbeiten.“ Der Chef des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Stefan Wolf, sagte: „Wir haben auf beiden Seiten Interesse daran, die Verhandlungen zeitnah abzuschließen.“ Man habe in den Expertenrunden bereits gute Ergebnisse erarbeitet. Über mehr Geld für die Metaller wurde bisher noch gar nicht geredet.

Vielmehr geht es um die Forderung der Gewerkschaft, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Dem stehe der Arbeitgeberverband grundsätzlich offen gegenüber, „allerdings nur, wenn es dann auch eine Volumenöffnung nach oben gibt“, wie Verbandschef Wolf sagte. Gemeint ist die Möglichkeit, die Arbeitszeit auch auf bis zu 40 Stunden erhöhen zu können. Es gebe in Betrieben viele Menschen, die gerne mehr arbeiten und dadurch mehr Geld verdienen würden, so Wolf.

Weiterhin strittig ist die Forderung der IG Metall, Schichtarbeitern sowie Beschäftigten mit kleinen Kindern oder Pflegebedürftigen in der Familie einen finanziellen Ausgleich zu bieten, wenn sie ihre Wochenstunden reduzieren. Hier will die IG Metall laut Zitzelsberger einen Alternativvorschlag vorlegen. Die Arbeitgeber halten den Zuschuss für unrechtmäßig, weil er all jene diskriminiere, die bisher schon Teilzeit arbeiteten, aber kein zusätzliches Geld erhielten.

Davon, dass man am Mittwoch oder in der Nacht zum Donnerstag bereits zu einem abschließenden Ergebnis kommen könnte, geht keine der beiden Parteien aus. Ziel ist es vielmehr, sich so weit anzunähern, dass am Wochenende eventuell abschließend verhandelt werden könne.

Die gute Konjunktur kommt den Arbeitnehmervertretern bei ihren Forderungen entgegen; für Verhandlungsteilnehmer Michael Brecht, den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden des Autobauers Daimler, steht fest: „Die aktuelle Wirtschaftslage sollte Grund genug sein, dass die Arbeitgeberseite endlich ein vernünftiges Angebot macht.“

dpa

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