Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Leuchten-Kartell: Millionenstrafe gegen deutsche Unternehmen
Nachrichten Wirtschaft Leuchten-Kartell: Millionenstrafe gegen deutsche Unternehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:12 21.06.2017
Die drei Zulieferer von Fahrzeugleuchten hätten ihre Preise und Bedingungen für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum über drei Jahre hinweg koordiniert, erklärte die Kommission i Brüssel. Quelle: Thierry Monasse/symbolbild
Anzeige
Brüssel

Wegen eines Kartells bei Fahrzeugleuchten bittet die EU-Kommission zwei deutsche Autozulieferer zur Kasse. Die Unternehmen Automotive Lighting und Hella sollen eine Strafe von gut 26,7 Millionen Euro zahlen.

Dies gab die Brüsseler Behörde bekannt. Als dritter Beteiligter muss die französische Firma Valeo dagegen nichts zahlen, weil sie die illegalen Preisabsprachen aufdeckte. Alle Unternehmen hätten ihre Kartellbeteiligung eingeräumt und dem Vergleich zugestimmt.

Die drei Zulieferer hätten ihre Preise und Bedingungen für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum über drei Jahre hinweg koordiniert, erklärte die Kommission. Mitarbeiter sollen sich auf Messen, bei Veranstaltungen oder auch bei Kundenbesuchen getroffen haben. Sie hätten den Stand von Preisverhandlungen untereinander ausgetauscht und Preiserhöhungen für Ersatzteile abgesprochen.

„Mit dem heutigen Beschluss wird verdeutlicht, dass wir Kartelle, die den europäischen Markt beeinträchtigen, nicht akzeptieren“, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die drei Hersteller hätten nicht miteinander konkurriert und durch ihre Absprachen Fahrzeughersteller geschädigt.

Valeo wurde die von der Kommission errechnete, mögliche Strafe von 30,5 Millionen Euro vollständig erlassen. Automotive Lighting erhielt nach Mitarbeit im Verfahren einen Nachlass von 45 Prozent und soll jetzt 16,3 Millionen Euro zahlen. Bei Hella waren es nach einem Rabatt von 30 Prozent 10,4 Millionen Euro.

Der Bußgeldbescheid sei Teil weit reichender Ermittlungen gegen Kartelle bei Autozulieferern, hieß es. Mehrere ähnliche Bescheide seien bereits ergangen. Weitere Untersuchungen liefen noch, unter anderem zu Sicherheitssystemen für Fahrzeuginsassen.

dpa

Mehr zum Thema

Immer neue unerfreuliche Nachrichten für Audi: Kaum präsentiert die Ingolstädter VW-Tochter einen Rückrufplan für 12 000 Diesel-Autos, stellt die Umwelthilfe das Unternehmen wegen neuer extrem schlechter Messergebnisse an den Pranger.

16.06.2017

Der zurückgetretene Opelchef Karl-Thomas Neumann kann einem Bericht zufolge auf eine millionenschwere Prämie hoffen.

16.06.2017

Monatelang sprach man in London und Brüssel übereinander und heizte die Stimmung vor den Verhandlungen über den britischen EU-Austritt an. Doch deren Auftakt überrascht.

19.06.2017

Joko ohne Klaas, Klaas ohne Joko - das war bisher kaum vorstellbar. Jetzt aber wird es Wirklichkeit.

21.06.2017

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 21.06.2017 um 13:05 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

21.06.2017

„Ich komme mit vier Stunden Schlaf aus“ - das hört man öfter und bewundert dann vielleicht denjenigen, der so viel Power zu haben scheint. Völlig falsch, sagen Forscher dazu. Sie fordern eine neue Schlafkultur.

21.06.2017
Anzeige