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Wirtschaft Lufthansa kündigt alle Leasingverträge mit Laudamotion
Nachrichten Wirtschaft Lufthansa kündigt alle Leasingverträge mit Laudamotion
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00:00 14.07.2018

Frankfurt/Wien. Nach der Übernahme der Fluggesellschaft Laudamotion in Wien durch Ryanair zieht die Lufthansa bei den Österreichern die Daumenschrauben an.

Laudamotion-Gründer Niki Lauda (l.) und Ryanair-Chef Michael O’Leary Quelle: Foto: Herbert Neubauer/dpa

Die Lufthansa hat die Verträge für neun Flugzeuge nach eigenen Angaben gekündigt, die sie derzeit an Laudamotion vermietet hat. Das entspricht fast der Hälfte der Flotte des österreichischen Ferienfliegers, der im Frühjahr die Nachfolge der früheren Air-Berlin-Tochter Niki angetreten hatte. Laudamotion sei ihren Zahlungsverpflichtungen „zum wiederholten Male nicht wie vereinbart nachgekommen“, begründete die Lufthansa am Freitag den Schritt.

Die deutsche Airline kann die Maschinen nach eigenen Angaben bei seiner Billigmarke Eurowings gut gebrauchen. Noch habe die Kündigung der Verträge mit Laudamotion aber nicht gegriffen. Dazu stehe bereits ein Gerichtstermin an, sagte ein Sprecher. Von Laudamotion am Flughafen Wien war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstag zugestimmt, dass Europas größter Billigflieger Ryanair drei Viertel der Anteile an Laudamotion übernimmt. Der österreichische Ex-Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer Niki Lauda hatte nach den Pleiten von Air Berlin und Niki die einst von ihm gegründete Niki übernommen und unter dem Namen Laudamotion im März neu an den Start gebracht. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Ryanair warf der Lufthansa am Donnerstag vor, fällige Zahlungen von 1,5 Millionen Euro an Laudamotion verzögert zu haben. Die Kündigung der Mietverträge für neun Flugzeuge nannte Ryanair einen weiteren Versuch der Lufthansa, Laudamotion „zu destabilisieren und zu schädigen“. So hätten die Deutschen auch nicht alle zugesagten Flugzeuge zu Verfügung gestellt. Die Lufthansa wies die Vorwürfe zurück. Die Behauptungen entbehrten jeder Grundlage, erklärte die Fluggesellschaft.

Unterdessen wurde bekannt, dass Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann die insolvente Fluggesellschaft nun doch schon in Kürze verlassen könnte. Winkelmann verhandele mit dem Insolvenzverwalter über ein vorzeitiges Ende seines bis Januar 2021 laufenden Vertrags, berichtete die „Wirtschaftswoche“. Winkelmann solle dafür einen „nennenswerten Teil“ seiner durch eine Bankgarantie gesicherten Gehaltsansprüche von insgesamt bis zu 4,5 Millionen Euro an die Gläubiger abtreten. Der Gläubigerausschuss von Air Berlin habe dem Vorgehen grundsätzlich bereits zugestimmt, schreibt die „Wirtschaftswoche“. Der Sprecher des Insolvenzverwalters lehnte eine Stellungnahme ab. St. Weyer

OZ

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