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MV-Stempel für Leckereien aus dem Land

Rostock MV-Stempel für Leckereien aus dem Land

Mit einheitlicher Dachmarke wollen Betriebe Kunden zum Kauf verführen

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Rostock. . Mecklenburg-Vorpommerns Lebensmittel-Erzeuger drücken ihren Produkten einen gemeinsamen Genussstempel auf. Auf Fleisch, Obst, Fisch, Bier und Milch aus MV soll künftig jenes Signet prangen, mit dem das Bundesland bereits erfolgreich für sich wirbt: die Kombination aus Landesnamen und bunter Kachel (siehe Logo). Das Ziel: mehr verkaufen, mehr verdienen.

Der einheitliche Herkunftsstempel ist Teil der neuen Werbestrategie des Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV). Das Branchennetzwerk stellte gestern in Markgrafenheide bei Rostock seinen Mitgliedsunternehmen das Konzept vor. Ausgedacht hat es sich die Hamburger Firma Brandmeyer um deren Gesellschafter Peter Pirck und Andreas Pogoda. Sie sagen: Bislang lassen Erzeuger und Lebensmittelhersteller in MV sich enorm viel Geld entgehen. Denn wüssten Konsumenten, dass Produkte aus MV stammen, würden sie viel öfter zugreifen. Der Landesname sei im Kopf des Verbrauchers wie kein zweiter mit positiven Assoziationen wie Meer, Wohlfühl-Klima und Landleben verbunden. Diese Gefühle eigneten sich bestens als Kaufanreiz. Ziel müsse es daher sein, die Emotionen auf Lebensmittel zu übertragen. „Nutzen Sie den guten Ruf von MV, um das Image ihrer Produkte aufzubauen“, empfiehlt Pogoda den Unternehmern. Das Siegel müsse nicht auf jedem Apfel kleben. „Aber vielleicht auf der Kiste.“

Dass sich mit einem Herkunftssiegel Kasse machen lässt, hat Südtirol längst bewiesen. Der Name der italienischen Region prangt als einheitlicher Schriftzug auf etlichen Produkten und verleitet viele Kunden zum Kaufen. Auch deutsche Konsumenten seien solchen Argumenten gegenüber offen, sagt Pirck. Eine repräsentative Umfrage habe bestätigt, dass ein MV-Siegel bei ihnen sehr gut ankommen würde. Es würde sich nicht nur im bundesweiten Wettbewerb auszahlen, sagt AVM-Geschäftsführerin Jarste Weuffen. Auch hierzulande könnten viele Verbraucher bestimmte Marken nicht MV zuordnen. Die Brandmeyer-Analyse habe aber gezeigt, dass Kunden gern regionale Produkte kaufen, schon allein um die heimische Wirtschaft zu unterstützen.

Jedes AMV-Mitglied soll selbst entscheiden können, ob es die gemeinsame Dachmarke verwendet. Tobias Blömer, Chef der Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH „Die Rostocker“, kann sich das MV-Signet sehr gut auf seinen Würsten vorstellen. „Es ist eine spannende Idee.“ Erfolgreich sei die aber nur, wenn alle mitziehen. Das zeigt das Beispiel Greifen-Fleisch. Der Greifswalder Fleischwarenproduzent habe das MV-Siegel jahrelang verwendet, allerdings ohne nennenswerte Effekte auf die Verkaufszahlen, berichtet Peter Kranz, Leiter des Landesmarketings. Deshalb rate er von Einzelaktionen ab, sagt Markenstratege Pogoda. „Wir brauchen ein lückenloses Branding.“ Je häufiger der Kunde das Siegel sehe, desto eher präge er es sich ein. „Das baut die Marke auf.“ Davon würden dann alle teilnehmenden Betriebe profitieren. Sylvia Rahm-Präger, Chefin der Molkerei Naturprodukt GmbH Rügen, lobt die Idee, wünscht sich aber Spielräume. MV-Schriftzug plus Kachel – das passe nicht auf ihre Joghurtbecher.

Ihre „Rügener Inselfrische“-Banderolen haben andere Farben als das MV-Logo. Ein Extra-Druck wäre teuer. „Es wäre gut, wenn man das Siegel etwas abwandeln könnte.“

Im Dezember wollen AMV und Landesmarketing das weitere Vorgehen abstimmen. Anschließend soll eine Agentur für alle Betriebe nutzbare Werbemittel, wie Plakate und Regalstopper, entwickeln – alles mit MV-Logo versehen. Das komplette Vermarktungsprojekt des AMV ist auf drei Jahre angelegt und kostet um die 300000 Euro.

Landesweites Netzwerk

59 Unternehmen sind derzeit Mitglied im Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. Dazu zählen Lebensmittelproduzenten sowie Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren, Fischerzeugnissen, Getränken, Molkereiprodukten, Obst, Gemüse und Kartoffelerzeugnissen sowie Backwaren – z.B. Arla Foods Deutschland, Güstrower Schlossquell oder die Lübzer Brauerei. Damit bündelt das Netzwerk etwa 5500 Arbeitskräfte und einen Umsatz von ca. 1,5 Milliarden Euro.

Antje Bernstein

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