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„Made in East Germany“ für Iran

Teheran „Made in East Germany“ für Iran

Im Iran geben sich Wirtschaftsdelegationen die Klinke in die Hand – auch aus MV

Teheran. /Schwerin. Zwischen Ostdeutschland und Teheran liegen gut 3400 Kilometer Luftlinie. Doch die gefühlte Distanz war mal weit größer. Als der Westen 2006 im Konflikt um Irans Atompolitik Wirtschaftssanktionen verhängte, schien das frühere Persien für viele deutsche Firmen unerreichbar. Diese Ära ist vorbei. Die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer spürt es an der Anfragen-Flut.

Auch ostdeutsche Wirtschaftsdelegationen sind derzeit im Iran unterwegs. Nach Thüringen sind seit Sonntag Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt vor Ort, um die Lage zu sondieren. Die drei Länder treten gemeinsam auf. Peter Nothnagel, Chef der sächsischen Wirtschaftsförderung, sieht im gemeinsamen Auftritt der über 100-köpfigen Delegation einen Vorteil: „Da wird man ganz anders wahrgenommen.“

Nothnagel weiß, dass der Iran seine Wirtschaft modernisieren muss, um Schritt zu halten. Das Embargo habe zum Sanierungs- und Investitionsstau geführt: „Der Iran kann eigentlich alles gebrauchen.“

Deshalb gebe es dort gute Absatzchancen für Umwelt- und Landtechnik, Maschinen- und Anlagenbau oder Mobilität. Und: „Der Iran hat etwas, was wir gut gebrauchen können – zahlungsfähige Nachfrage.“

Tatsächlich wird an der Bonität des Irans nicht gezweifelt, selbst wenn der Ölpreis die Einnahmen derzeit nicht gerade sprudeln lässt. Iraner gelten als solide Geschäftsleute. Nach Aufhebung von Sanktionen sind auch eingefrorene Auslandskonten wieder flüssig. Trotzdem sind noch Hürden zu überwinden. So ist der Iran bisher an kein internationales Zahlungssystem wie Swift angeschlossen.

Die Viela Export GmbH aus Brünzow (Vorpommern-Greifswald) macht hier seit Jahren Geschäfte. „Das sind verlässliche Partner“, sagt Geschäftsführer Henning Bligenthal. Er ist erstmals in den Iran gekommen, um Kontakte zu erweitern: „Das steckt ja alles noch in den Kinderschuhen“. Zuletzt hat das Logistikunternehmen vor allem Getreideexporte in den Iran gemanagt. Auch Import kann sich Bligenthal vorstellen. Das Geschäft läuft über französische Banken.

„Im Iran wird es keinen Markteinstieg über Nacht geben, schon gar nicht für Klein- und Mittelständler“, sagt Nothnagels Kollege Gunter Lämmerzahl. Das dauere mindestens drei Jahre. Die aktuelle Mission diene erst einmal zur Sondierung, um K ontakte herzustellen und Entscheider treffen.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch sieht in solchen Reisen einen „Türöffner“.

Jörg Schurig

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