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Malaysias Regierungschef erwartet mehr Investitionen in MV

Wismar Malaysias Regierungschef erwartet mehr Investitionen in MV

„Es ist ein wunderbarer Tag, es wurde einmal mehr das besiegelt, was wir in den vergangenen Monaten gut vorbereitet haben“, freute sich gestern Thomas Beyer (SPD).

Wismar. „Es ist ein wunderbarer Tag, es wurde einmal mehr das besiegelt, was wir in den vergangenen Monaten gut vorbereitet haben“, freute sich gestern Thomas Beyer (SPD).

Der Wismarer Bürgermeister begrüßte Besuch aus Fernost: Malaysias Premierminister Najib Razak. Der Regierungschef aus Südostasien trug sich im Beisein von MV’s Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ins Goldene Buch der Stadt ein. Danach ging es gemeinsam weiter zur Werft. Sie bzw. ihr neuer Eigentümer, die malaysische Genting-Gruppe, war der Grund für Razaks Stippvisite im Norden – nur einen Tag, nachdem er von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin empfangen wurde.

Dort wie auch in Wismar verkündete der Regierungschef, dass er die bereits guten Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und seiner Heimat weiter intensivieren will. Und er erwartet nach eigenen Angaben noch höhere Investitionen in die Schiffbaubetriebe Wismar, Rostock und Stralsund als die bislang zugesagten 375 Millionen Euro. „Ich kann mir vorstellen, dass es eine Milliarde oder mehr wird in den kommenden Jahren.“ Damit wachse die maritime Wirtschaft in MV.

In der Wismarer Werfthalle, in der künftig riesige Kreuzfahrtschiffe für den asiatischen Markt gebaut werden sollen, wurde für Razak ein roter Teppich ausgerollt. Den durfte vor ihm niemand betreten – aus Angst, dass „hässliche dunkle Schuhabdrücke“ zu sehen wären. Mit 30-minütiger Verspätung – gegen halb drei – war es so weit: Eine Autokolonne brauste direkt in die Werfthalle, vorneweg flackerndes Blaulicht von sieben Polizeimotorrädern. Genting-Konzernchef Tan Sri Lim Kok Thay und Werftenmanager Jarmo Laakso empfingen die Gäste und zeigten ihnen danach das Modell einer künftigen Schiffskabine. Wie Erwin Sellering betonte, seien Investitionen der malaysischen Genting-Gruppe in die Werften ein guter Beginn und gäben dem Schiffbau im Land Sicherheit. Der Besuch Razaks sei eine große Unterstützung für das Vorhaben. „Wir setzen auf die Genting-Gruppe. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das viele Arbeitsplätze schaffen wird und die Werftenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern gesunden lässt, mit allen Zulieferern dazu“, ergänzte Sellering. Er sei sich mit seinem Gast einig, dass die begonnene Zusammenarbeit von beiderseitigem Vorteil ist.

Razak, der erstmals zu Gast in MV war, betonte, dass Genting Tausende Arbeitsplätze in Malaysia geschaffen hätte und ein verlässlicher Geschäftspartner sei. Der Konzern, zu dem auch drei Reedereien gehören, werde mit dem Bau modernster Kreuzfahrtschiffe seine Position auf einem rasant wachsenden Markt ausbauen. In der Dockhalle konnte Razak bereits zwei Flusskreuzfahrtschiffe im Bau sehen. Wie Produktionsleiter Rico Gindler berichtete, werde täglich daran gebaut, ab Januar dann noch an zwei weiteren Flussschiffen. „Die Belegschaft ist sehr motiviert und glücklich, dass sie endlich wieder Schiffe baut.“

Kerstin Schröder

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