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Marine soll fünf neue Korvetten bekommen

Berlin/Rostock Marine soll fünf neue Korvetten bekommen

Grüne: Haushaltspolitiker der Großen Koalition wollen heimische Industrie im Norden unterstützen

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Die Korvetten „Braunschweig“, „Ludwigshafen am Rhein“ und „Magdeburg“ (v.l.) im Marinestützpunkt Rostock-Hohe Düne.

Quelle: Wüstneck/dpa

Berlin/Rostock. Angesichts neuer Aufgaben soll die Deutsche Marine kurzfristig fünf neue Korvetten für 1,5 Milliarden Euro erhalten. Das berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Welt am Sonntag“ übereinstimmend. Auch die OZ hatte bereits darüber berichtet.

„Die Marine ist mit ihren Einheiten und Besatzungen nach Jahren des Abbaus in den laufenden Einsätzen wie beispielsweise am Horn von Afrika oder im Libanon gebunden“, zitierten die Zeitungen die Haushaltspolitiker Johannes Kahrs (SPD) und Eckhardt Rehberg (CDU). „Um den neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen im Ostseeraum, im Mittelmeer und in globaler Hinsicht nachzukommen, beabsichtigt die Koalition deshalb die Ersatzbeschaffung von fünf neuen Korvetten, sagten die beiden Politiker. Ziel sei es, bereits 2019 zwei Korvetten in Dienst zu stellen. Die weiteren drei Korvetten sollten 2023 folgen.

Rehberg sagte, er hoffe, dass von den Aufträgen auch MV profitieren werde: So könnten bei der Wolgaster Peenewerft, die über Erfahrungen bei Zulieferungen für Fregatten verfügt, Komponenten für die neuen Korvetten entstehen.

Die Lürssen Werftgruppe, zu der auch die Peene-Werft gehört, würde sich über den Auftrag freuen: „Sofern das Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr die Anschaffung neuer Korvetten realisieren möchte, stehen wir als Partner zur Verfügung“, sagte ein Sprecher. „Selbstverständlich würde ein Neubauprojekt einen bedeutenden Beitrag zur Auslastung unserer norddeutschen Schiffbaugruppe leisten.

Davon würde unmittelbar auch eine große Anzahl unserer regionalen und nationalen Zulieferer profitieren.“

Die Koalition beabsichtigt, das Vorhaben in der anstehenden Haushaltswoche des Bundestags in der zweiten Novemberwoche in den Beratungen zu beschließen.

Die Marine verfügt derzeit über fünf Korvetten des Typs K 130. Dieser Typ solle nun nachbestellt werden, gegebenenfalls in einer modifizierten Version. Die Korvetten sind vor allem für den Einsatz in Randmeeren und Küstengewässern geeignet – also unter anderem für die Ostsee, weshalb die Aufrüstung auch als Signal Richtung Russland verstanden werden könnte.

Die Pläne stoßen bei den Grünen auf Kritik. Haushaltsexperte Tobias Lindner sagte: „Die Ministerin konnte nicht überzeugend darstellen, wo der plötzlich prioritäre Bedarf an Korvetten herkommt.“

Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich auf die Fahnen geschrieben, die Rüstungsbeschaffung transparenter zu gestalten und wettbewerblich zu organisieren. Lindner verlangte deshalb, auch bei dem neuen Vorhaben müsse ein offener Wettbewerb sichergestellt sein.

OZ

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