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Marktanteile 2017: Klassisches Fernsehen verliert Zuschauer

Neue Nutzungsdaten Marktanteile 2017: Klassisches Fernsehen verliert Zuschauer

Besonders jüngere Zuschauer wenden sich vom klassischen Fernsehen mit seinen Programmangeboten ab. Das belegen die neuen Nutzungsdaten. Das TV-Jahr 2017 beendete das ZDF zum sechsten Mal in Folge als Sieger.

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Das klassische Fernsehen verliert Zuschauer. Vor allem die jüngere Generation wendet sich ab.

Quelle: Caroline Seidel

Berlin. Das klassische Fernsehen bekommt immer deutlicher die Konkurrenz aus dem Netz zu spüren. Das ergab eine Auswertung der Marktforschungsfirma Media Control in Baden-Baden mit den Jahres-Nutzungsdaten bis zum 28. Dezember.

Bemerkenswert sind besonders die Verluste beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 49 Jahren, das nur noch 160 Minuten pro Tag fernsah - 2016 waren es noch 171 Minuten gewesen. Beim Gesamtpublikum ab drei Jahren hielt sich der Rückgang von 223 auf 221 Minuten in Grenzen.

Eine Erklärung liegt darin, dass sich Jüngere vermehrt anderen Medien zuwenden oder den immer stärker werdenden Streamingdiensten, die von der Quotenmessung GfK-Fernsehforschung in Nürnberg nicht erfasst werden und ihre Nutzungsdaten streng unter Verschluss halten.

Bei den linearen (also mit festen Zeiten ausgestrahlten) Anbietern werden zwar die Mediatheken zunehmend stärker in Anspruch genommen - vollständige Daten fehlen aber auch hier, da der mobile Gebrauch nicht ausgewertet wird.

Marktführer im linearen TV blieb zum sechsten Mal in Folge das ZDF, das auf einen Marktanteil von 13,1 Prozent (nach 13,0 Prozent im Vorjahr) kam. Das Erste büßte von 12,1 auf 11,3 Prozent ein. Auch die großen Privat-TV-Anbieter hatten Mühe - sie verloren viel Publikum an kleinere Sender. RTL büßte von 9,7 auf 9,2 Prozent ein. Sat.1 gab von 7,3 auf 6,7 Prozent und ProSieben von 5,0 auf 4,5 Prozent nach. Bei Vox hielt sich der Rückgang von 5,2 auf 5,1 Prozent in Grenzen. Dahinter bröckelte Kabel eins von 3,8 auf 3,4 Prozent, RTL II von 3,5 auf 3,2 Prozent.

Dagegen ist der Spartensender ZDFneo weiter auf der Überholspur. Er legte deutlich von 2,1 auf 2,9 Prozent zu. ZDFneo besticht vor allem mit Horst Lichters Dauerprogramm „Bares für Rares“ und den Krimis am Hauptabend. In der zweiten Reihe stark sind vor allem Sender wie RTL Nitro (1,6 nach 1,3 Prozent), und RTLplus (1,1 nach 0,4 Prozent). Gut geht es nach wie vor Sat.1 Gold (1,5 nach 1,4 Prozent). 3sat lag bei 1,3 nach 1,2 Prozent, Arte bei 1,1 nach 1,0 Prozent sowie ZDFinfo und Phoenix konstant bei jeweils 1,1 Prozent. Die Nachrichtensender n-tv (1,1 Prozent) und N24 (1,2 Prozent) blieben unverändert.

Unter den dritten ARD-Programmen hatte das NDR Fernsehen 2017 bundesweit mit 2,5 Prozent (2,4 Prozent) die besten Karten beim Publikum, danach folgten das WDR Fernsehen mit 2,3 Prozent (2,1 Prozent), das SWR Fernsehen mit 1,9 Prozent (1,8 Prozent), das MDR Fernsehen mit 2,0 Prozent (1,9 Prozent), das Bayerische Fernsehen mit 1,8 Prozent (1,6 Prozent), das RBB Fernsehen mit 1,2 Prozent (1,1 Prozent) und das hr Fernsehen mit 1,1 Prozent (1,2 Prozent). Zusammen verbesserten sich die „Dritten“ auf 12,8 Prozent - nach 12,1 Prozent im Vorjahr.

Die Rivalität unter den Kindersendern entschied Super RTL wieder für sich. In der für sie relevanten Zielgruppe der 3- bis 13-jährigen Zuschauer machte Super RTL mit 21,5 Prozent (20,6 Prozent) das Rennen - eingerechnet sind die Marktanteile des Schwesterkanals Toggo plus. Der KiKA kam auf 19,2 Prozent (19,7 Prozent). Der Disney Channel erreichte 9,1 Prozent (9,5 Prozent).

ZDF und ARD belegten auch im Jahr 2017 die ersten Ränge, obwohl die ganz großen Sportereignisse fehlten. Einen kleinen Schub brachte der Fußball-Confed-Cup, der dem ZDF zum Beispiel beim Finale gegen Chile (1:0) Anfang Juni an die 15 Millionen Zuschauer bescherte. Das ZDF profitierte von besonders auch von den vielen Krimis, unter anderem holte der Film „Die Toten vom Bodensee - Die Braut“ 8,11 Millionen Zuschauer. Die ARD darf trotz einiger Schwächen immer noch auf den „Tatort“ setzen, besonders die Ermittler aus Münster punkten.

dpa

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