Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Maschinenbauer: Plädoyer für Freihandel
Nachrichten Wirtschaft Maschinenbauer: Plädoyer für Freihandel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:20 18.10.2017
Frankfurt/Main

Deutschlands Maschinenbauer fordern von der künftigen Bundesregierung ein starkes Engagement für Freihandel und digitalen Ausbau.

Carl Martin Welcker,

Präsident des VDMA

FOTO: B. V. JUTRCZENKA/DPA

„In der neuen Legislaturperiode geht es darum, noch stärker für offene Märkte zu kämpfen“, sagte der Präsident des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) Carl Martin Welcker gestern auf dem Maschinenbau-Gipfel in Berlin. „Der Maschinenbau und die gesamte deutsche Industrie lebt von ihrer Weltoffenheit – jede Kehrtwende hier würde unserer Gesellschaft und unserem Wohlstand schaden.“

Sorgen bereiten der exportorientierten Branche unter anderem der Brexit, protektionistische Tendenzen in den USA unter Präsident Donald Trump und verschärfte Russland-Sanktionen. „Die Welt ist seit dem vergangenen Maschinenbau-Gipfel vor zwei Jahren deutlich unruhiger geworden“, warnte Welcker.

Im Fokus der Branche steht neben dem Freihandel auch die Digitalisierung: „Der bisherige Ausbau des Glasfasernetzes auf dem Land, wo viele Maschinenbauer ihren Sitz haben, reicht nicht“ , kritisiert Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. Auch der Zentralverband für Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) mahnt: Die geplanten Investitionen von 100 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 seien zwar richtig, es müsse aber noch deutlich schneller gehen als bisher geplant.

Die Branche, die 2016 einen Umsatz von 215 Milliarden Euro erwirtschaftete, hat in den vergangenen Jahren an Schwung verloren. Die Gesamtproduktion stagnierte. Die schwächelnde Weltwirtschaft und politische Unsicherheiten belasteten die Geschäfte der rund 6400 deutschen Unternehmen mit mehr als einer Million Beschäftigten.

Stefan Bley, Partner beim Beratungsunternehmen EY, bescheinigt deutschen Maschinen international einen guten Ruf: „Sie sind eindeutig im Premiumbereich anzusiedeln und entsprechend teuer im Vergleich zur Konkurrenz.“ Der hohe Preis lasse sich aber nur dann weiter am Markt durchsetzen, wenn die Unternehmen innovativ seien und technologisch vorangingen.

International verschieben sich schon die Gewichte: Zwar stehen Maschinen „made in Germany“ mit einem Anteil von zuletzt 15,4 Prozent an der Weltmaschinenausfuhr weiter an der Spitze, doch die Konkurrenz schließt auf – schon 2015 lag der Anteil der Hersteller aus China bei 13,3 Prozent.

Brodtmann ist zuversichtlich, dass die Branche dank Spezialisierung auch in zehn Jahren noch eine starke Position haben wird. „Deutschlands Maschinenbau fürchtet sich vor keinem Wettbewerber.“

OZ

Wirtschaftsministerium wirbt in Istanbul um Ansiedlung von Unternehmen – die Resonanz ist vielversprechend

18.10.2017

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 17.10.2017 um 20:30 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

17.10.2017

Überraschung in der Flugzeugindustrie: Airbus steigt bei der C-Serie des kanadischen Konkurrenten Bombardier ein. Der Coup ist politisch delikat - denn Bombardier ist im Visier der US-Regierung.

17.10.2017
Anzeige