Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Maschinenbauer befürchten Einbußen bei einem Brexit

Frankfurt/Main Maschinenbauer befürchten Einbußen bei einem Brexit

Großbritannien zählt zu den wichtigen Märkten für Maschinen „Made in Germany“. Die deutsche Schlüsselindustrie blickt daher mit Sorge auf das näherrückende Referendum über den Verbleib des Landes in der EU.

Frankfurt/Main. Deutschlands Maschinenbauer fürchten um einen ihrer wichtigsten Exportmärkte bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU.

„Der Handel mit Großbritannien würde im Brexit-Fall wohl spürbar erschwert - für eine exportstarke und mittelständisch geprägte Industrie wie den Maschinenbau wäre dies eine deutliche Belastung“, sagte Ulrich Ackermann, Außenwirtschaftsexperte des Branchenverbandes VDMA.

Im vergangenen Jahr lieferten deutsche Hersteller Maschinen im Volumen von 7,2 Milliarden Euro nach Großbritannien. Das waren 5,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor und Rang vier der wichtigsten Ausfuhrländer für Maschinen „Made in Germany“.

Bisher gibt es Ackermann zufolge keine Anzeichen, dass sich britische Kunden im großen Stil mit Bestellungen zurückhalten. „Aber die Verunsicherung dies- und jenseits des Ärmelkanals wächst, je näher der Tag des Referendums rückt.“ Am 23. Juni stimmen die Briten über einen Austritt ihres Landes aus der EU ab. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die Befürworter und Gegner beinahe gleichauf.

Die Folgen eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der EU seien derzeit im Detail noch nicht absehbar, sagte Ackermann. Das Land werde aber den Zugang zum europäischen Binnenmarkt neu aushandeln müssen. Zudem würden EU-Freihandelsabkommen im Vereinigten Königreich nicht mehr gelten. „Die Verunsicherung dürfte im Fall eines Brexit länger anhalten. Unternehmen halten sich in Zeiten der Unsicherheit mit Investitionen zurück.“

Zudem befürchten die Maschinenbauer, ein Austritt Großbritanniens könnte eine Kettenreaktion auslösen, EU-skeptische Parteien in der ganzen Union könnten weiteren Aufwind erhalten.

Deutschland ist dem VDMA zufolge der wichtigste Maschinenlieferant Großbritanniens. Im vergangenen Jahr kamen 20,6 Prozent der importieren Maschinen aus Deutschland. Auf Rang zwei folgten die USA (16,2 Prozent).

Zugleich ist das Vereinigte Königreich ein wichtiger Investitionsstandort für die Branche. Laut einer VDMA-Umfrage waren 2014 dort etwa 155 Mitgliedsunternehmen mit knapp 200 Auslandsniederlassungen vertreten. Ein Brexit könnte mittel- und langfristig sehr negative Folgen für den Investitionsstandort und auch negative Auswirkungen auf den Investitionsstandort EU haben, warnte der VDMA.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Brüssel/Berlin

Auftatmen im griechischen Schuldendrama: Im Sommer droht kein Staatsbankrott. Im Konflikt um Schuldenerleichterungen setzen sich die Europäer gegen den Weltwährungsfonds durch.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.