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Mehdorn soll Chaos am Hauptstadtflughafen lichten

Schönefeld Mehdorn soll Chaos am Hauptstadtflughafen lichten

Hartmut Mehdorn, Ex-Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, soll den Berliner Hauptstadtflughafen aus dem Chaos führen. Der 70 Jahre alte Topmanager erhält einen Dreijahresvertrag als Geschäftsführer der staatlichen Betreibergesellschaft.

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Hartmut Mehdorn und Klaus Wowereit schlagen ein. Foto: Hannibal

Schönefeld. Das sagte der Airport-Aufsichtsratschef und brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Freitag auf der Baustelle in Schönefeld. Für das frühere Prestigeprojekt ist nach vier gescheiterten Anläufen aber noch immer kein neuer Eröffnungstermin in Sicht.

Mehdorn will aufs Tempo drücken, wie er bei seiner Vorstellung ankündigte. „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier ein kleines Powerhouse aufmachen können.“ Schwierigkeiten scheue er nicht: „Ich bin bekannt dafür, dass ich einen geraden Weg gehe.“ Während die Branche und die regionale Wirtschaft erleichtert auf die Berufung reagierten, gab es aus der Opposition im Bund auch Spott über die vermeintliche Notlösung nach mehreren Absagen.

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Hartmut Mehdorn und Klaus Wowereit schlagen ein. Foto: Hannibal

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Mehdorn folgt auf Rainer Schwarz, der im Januar entlassen worden war. Anders als Schwarz wird Mehdorn Vorsitzender der Geschäftsführung und nicht nur ihr Sprecher. Damit trägt er die Gesamtverantwortung. Platzeck sagte, Mehdorn sei ein sehr erfahrener Manager und exzellenter Branchenkenner. Er sei sicher, dass der frühere Bahnchef dem Flughafen zu mehr Akzeptanz verhelfe, ihn zurück in die Erfolgsspur und zu einer gelungenen Eröffnung führe.

„Das ist eine reizvolle Aufgabe, keine Frage“, sagte Mehdorn, warnte aber auch vor zu hohen Erwartungen. „Ich kann auch nicht zaubern.“ In seiner neuen Funktion hat Mehdorn nicht nur Verantwortung für den Neubau, sondern auch für die alten Flughäfen in Tegel und Schönefeld.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte: „Wenn man denkt, schlimmer geht es nicht, überzeugt einen der Aufsichtsrat zuverlässig vom Gegenteil“, sagte Künast „Spiegel online“. Mehdorn habe als Bahnchef zehn Jahre lang das Milliardengrab Stuttgart 21 betrieben. In Berlin und Brandenburg erinnerten Politiker daran, dass Mehdorn auch für das jahrelange S-Bahn-Chaos Verantwortung trage.

Der Vorsitzende des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses, Martin Delius (Piratenpartei), nannte die Personalie einfallslos und warf angesichts der Querelen der letzten Wochen die Frage auf, wie sich Mehdorn trotz zerstrittener Gesellschafter bewähren solle.

Platzeck, der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU) für den Bund sagten dem neuen Chef ihre Unterstützung zu. „Sie haben mich geholt, jetzt müssen sie mich auch aushalten“, sagte der Manager, der dafür bekannt ist, Konflikte nicht zu scheuen.

Die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund sind die Bauherren des Flughafens, dessen kalkulierte Kosten seit Baubeginn im Jahr 2006 von 2,0 Milliarden auf 4,3 Milliarden Euro im vergangenen Herbst stiegen. Eine neue Schätzung gibt es nicht.

Aus Sicht des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft muss Mehdorn auch für die Flüge bis Mitternacht und ab 5.00 Uhr kämpfen - denn Brandenburg mit Regierungschef Platzeck will mehr Nachtruhe. Mehdorn lehnte eine Ausweitung des Flugverbots ab. Er wolle „sehen, ob es nicht andere Kompromisslinien gibt“. Der neue Chef wird die Geschäftsführung nach seinen Vorstellungen strukturieren, wie er sagte. Der Aufsichtsrat wollte zuletzt den Posten des Finanzchefs schaffen. Bislang besteht die Führung aus Mehdorn und Technikchef Horst Amann. Amann sagte der Nachrichtenagentur dpa, er erwarte eine gute Zusammenarbeit: „Mehdorn ist ein Mann klarer Worte, ich auch.“

Seinen Sitz im Verwaltungsrat des wichtigsten Flughafenkunden Air Berlin will Mehdorn abgeben. Die Schadenersatzklage, die er selbst als Chef der zweitgrößten deutschen Airline gegen die Flughafengesellschaft eingereicht habe, werde nicht über seinen Schreibtisch gehen, sagte er.

Sein Gehalt nannte Mehdorn nicht. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung liegt es über einer halben Million Euro im Jahr, aber deutlich unter einer Million Euro. Vorgänger Schwarz hatte 2011 laut Geschäftsbericht 555 000 Euro erhalten.

dpa

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