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Mehr Geld für Milchbauern: Ab November 30 Cent je Liter

Mehr Geld für Milchbauern: Ab November 30 Cent je Liter

Der Rohstoff wird knapp / Die Molkereien zahlen ihren Lieferanten höhere Preise

Altentreptow/Bremen . Der Herbst beschert den Milchbauern endlich mehr Geld: 30 Cent pro Liter will Deutschlands größter Molkerei-Verbund, das Deutsche Milchkontor, ab November seinen Lieferanten zahlen. Das bestätigte Daniela Dethmann von der DMK-Zentrale in Bremen gestern auf OZ-Anfrage. In MV gehören die „Rügener Badejunge“-Käserei in Bergen sowie Molkereien und Käsewerke in Altentreptow, Waren und Dargun (alle Mecklenburgische Seenplatte) zum Milchkontor. Ausgezahlt wird das November-Milchgeld jedoch erst im Dezember. immerhin: Der Aufwärtstrend deutet sich schon im Oktober an. Drei Cent mehr solle es bei der nächsten Zahlung geben, hieß es.

Im Sommer war der Milchpreis für viele DMK-Milchlieferanten auf 20 Cent pro Liter gefallen. Aus Protest hatten sich im September Landwirte aus ganz Deutschland in Warnemünde in die Ostsee gestürzt.

„Die Landwirtschaft geht baden“, hieß es damals spektakulär. 8300 Milchbauern beliefern den Verbund, der an 26 Standorten in zehn Bundesländern pro Jahr mehr als sechs Milliarden Liter Milch verarbeitet.

Inzwischen greift der Markt: Der Rohstoff Milch ist knapper geworden. „Vier Prozent weniger Milch als vor einem Jahr, stehen derzeit bundesweit zur Verfügung“, weiß Harald Nitschke, Chef der Raminer Agrar GmbH bei Pasewalk (Vorpommern-Greifswald). „Viele Milcherzeuger haben aufgegeben, andere die Zahl der Kühe reduziert“, sagt Nitschke. „In unserer Gegend sind wir die Einzigen, die noch Kühe halten.“ Es deuteten sich bereits erste Lieferengpässe an. Zeitweise fehlte es an Rahm, was sich auf die Butter- und Käseproduktion auswirke, hieß es.

Christiane Opitz, Geschäftsführerin der Agrar GmbH Grimmen-West (Vorpommern-Greifswald) ist froh, „dass jetzt endlich bessere Verträge mit dem Handel abgeschlossen werden“. Ab 1. November sollen die neuen Kontrakte mit Discountern und Supermarktketten greifen, die aktuell in der Phase der „Endverhandlung“ sind.

Auch die anderen Molkereien in Mecklenburg-Vorpommern heben die Auszahlungspreise für ihre Lieferanten an. Die Ostseemolkerei Wismar habe bereits im September auf den knapper werdenden Rohstoff reagiert, teilte Inhaber Klaus Rücker mit. Zuletzt seien 26,5 Cent pro Liter gezahlt worden, Tendenz steigend. Rücker: „Wir liegen über dem DMK.“

Die Bauern, die ihre Milch an die Arla-Molkerei Upahl (Nordwestmecklenburg) liefern, erhielten gestern ebenfalls positiven Bescheid: Arla zahlt im November 28,5 Cent pro Liter, nach 26,6 Cent im Oktober. In den Tiefstpreis-Monaten Juni bis August zahlte der deutsch-skandinavische Milchkonzern im Schnitt einen Literpreis von 23,5 Cent – immerhin etwa drei Cent mehr als das Milchkontor.

Trotz der angekündigten Preiserhöhung: „Die Stimmung bei DMK ist nicht gut“, weiß Milchbauer Nitschke, der selbst im Vorstand des genossenschaftlich organisierten Milchriesen sitzt. Bei einer Mitgliederversammlung heute in Linstow (Landkreis Rostock) wollen die Bauern ihre neue Konzernführung in die Pflicht nehmen. „30 Cent pro Liter reichen nicht. Zum Jahresende brauchen wir noch einen Nachschlag, und zwar längerfristig“, meint Landwirtin Christiane Opitz.

Um effizienter zu werden, will das DMK in der Verwaltung sparen: 2017 sollen 250 Stellen gestrichen werden, vor allem in Everswinkel (Nordrhein-Westfalen), Zeven (Niedersachsen) und Bremen.

Elke Ehlers

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