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Wirtschaft Mehrheit gegen ProSiebenSat.1-Vorstandsbezüge
Nachrichten Wirtschaft Mehrheit gegen ProSiebenSat.1-Vorstandsbezüge
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14:02 12.05.2017
Das neue Vergütungssystem bei ProSiebenSat.1 gilt als undurchsichtig. Quelle: Sven Hoppe
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München

Die Aktionäre des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 haben die Bezahlung der Vorstände mit Zwei-Dittel-Mehrheit missbilligt. Die Hauptversammlung folgte der Kritik von Investoren-Beratern, die das neue Vergütungssystem als undurchsichtig ansehen.

Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), hatte darüber hinaus kritisiert, die neue Vergütung mit riesigen Erfolgsprämien sei „schlicht zu hoch.“ Im vergangenen Jahr hatte Vorstandschef Thomas Ebeling nach dem alten Vergütungssystem 3,6 Millionen Euro erhalten, plus Pensionsansprüche.

Eine Sprecherin sagte, der Beschluss der Hauptversammlung sei rechtlich nicht bindend, aber der Aufsichtsrat werde sich das Vergütungssystem jetzt noch einmal anschauen.

Ebeling versprach den Aktionären durch die enge Verzahnung von Fernsehwerbung mit seinen Internetshops und Online-Portalen steigende Gewinne. „Wir sind wetterfest aufgestellt“, versicherte er den wegen sinkender Aktienkurse verunsicherten Aktionären in München.

Bergdolt zeigte sich jedoch skeptisch: „Umsatz und Ergebnis sind gut, aber die Story scheint nicht ausreichend zu verfangen“, sagte sie. Das Onlinegeschäft wachse stark, aber die Gewinnmarge sei gering.

Ebeling stellte klar, ProSiebenSat.1 sei in erster Linie immer noch ein Fernsehkonzern, „Fernsehen hat die höchste Profitabilität“. Er nutze freie Werbezeiten, um eigene Onlineportale zu bewerben. Das bringe nicht nur zusätzliche Gewinne, sondern ermögliche durch die Kombination der Daten aus beiden Sparten viel zielgenauere, effektivere Werbung. „Wir wollen diese Strategie fortführen.“

Mit einer Kapitalerhöhung hatte sich ProSiebenSat.1 im Herbst eine halbe Milliarde Euro für weitere Zukäufe verschafft. Die Aktie hat seit der Aufnahme in den Dax vor einem Jahr zwölf Prozent an Wert eingebüßt.

dpa

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