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Metaller in MV bekommen deutlich mehr Geld

Rostock/Köln Metaller in MV bekommen deutlich mehr Geld

Arbeitgeber und IG Metall einigen sich über 4,8 Prozent mehr Lohn und Einmalzahlung / Bundesweiter Abschluss gilt für mehr als 25000 Beschäftigte im Nordosten

Rostock/Köln. Die Warnstreiks der letzten Tage haben Wirkung gezeigt: Die über 25000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Mecklenburg-Vorpommern erhalten – wie alle 3,8 Millionen Mitarbeiter der Branche bundesweit – bis Ende 2017 deutlich mehr Lohn: 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro.

Die Arbeitgeber und die IG Metall haben sich in stundenlangen Verhandlungen in der Nacht zu gestern in Köln auf diesen deutschlandweit geltenden Tarifabschluss geeinigt. Er beinhaltet auch Ausnahmeregeln für wirtschaftlich schwächere Unternehmen.

Die Tarifparteien in MV bewerten das Ergebnis positiv. „Das ist ein guter Abschluss“, erklärt Stefan Schad, Geschäftsführer der IG Metall Küste Rostock-Schwerin. „Die Arbeitgeber haben ein paar Federn lassen müssen.“ Im Vergleich zu deren letzten Angebot – 2,1 Prozent mehr Lohn, auf zwei Jahre verteilt – bedeute das nun erzielte Ergebnis „eine immense Steigerung“, sagt Schad. Aus Unternehmen in MV – wie Liebherr Rostock und Neptun Werft Warnemünde – gebe es Zustimmung zu dem Abschluss.

Ebenso vom Arbeitgeberverband Nordmetall. „Insgesamt halte ich das Paket für einen fairen Kompromiss. Schließlich erhalten die Beschäftigten der M+E-Industrie wieder ein deutliches Reallohnplus, was unsere Branche auch in Zukunft für begehrte Fachkräfte attraktiv macht", betont Verbands-Präsident Thomas Lambusch. Zudem biete die ebenfalls abgeschlossene Differenzierung den Unternehmen, die wirtschaftlich nicht gut dastehen, die Möglichkeit, Einmalzahlungen zu verschieben oder zu streichen und Entgelterhöhungen zu verschieben. Unter den gut 300 Betrieben der Branche in MV seien viele mittlere und kleinere Unternehmen, denen es nicht so gut gehe. „Die Möglichkeit der Differenzierung sichert ihnen eine wichtige Option, um auch in schwieriger Lage nicht in schweres Fahrwasser zu geraten“, sagt Lambusch.

Der rückwirkend vom 1. April geltende Tarifabschluss enthält zunächst eine Einmalzahlung von 150 Euro für die drei „Nullmonate“ bis Juni. Danach greift am 1. Juli die erste Stufe von 2,8 Prozent. Die zweite Stufe von 2 Prozent gilt ab dem 1. April 2017 bis zum Jahresende. Zudem bietet die Laufzeit des Vertrags Planungssicherheit bis Ende 2017.

Mit der nun erzielten Einigung wurde eine Eskalation des Tarifkonflikts kurz vor dem Pfingstwochenende abgewendet. Die IG Metall hatte eine Ausweitung des Arbeitskampfes für kommende Woche angekündigt – einschließlich 24-stündiger Warnstreiks –, falls es bei den Verhandlungen in Köln zu keiner Annäherung kommen sollte. „Wir waren auf einen langen Arbeitskampf eingestellt“, sagt Stefan Schad von der IG Metall Küste.

Ursprünglich hatte die IG Metall 5 Prozent mehr Geld innerhalb einer einjährigen Laufzeit gefordert. Die Arbeitgeber boten zunächst für 24 Monate Entgelterhöhungen in zwei Stufen, die sich auf 2,1 Prozent summieren, plus einer Einmalzulage von 0,3 Prozent.

Bernhard Schmidtbauer

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