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Wirtschaft Metallindustrie ohne Nachwuchs
Nachrichten Wirtschaft Metallindustrie ohne Nachwuchs
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00:05 24.11.2016

. Die Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland fordert eine bessere Bildungspolitik. Vor allem die Berufsschulen in Mecklenburg-Vorpommern befänden sich „vorsichtig gesagt nicht mehr auf dem allermodernsten Stand“, kritisiert Nordmetall-Sprecher Alexander Luckow. Oftmals seien die Lehrer ebenso überaltert wie die technische Ausstattung. Dadurch würden Jugendliche vor einer Ausbildung abgeschreckt, „vor allem wenn sie noch durch drei Landkreise zur Berufsschule fahren müssen“, sagt Luckow. Denn aufgegebene Standorte seien ein weiteres Problem.

Nordmetall-

Präsident Thomas

Lambusch FOTO: REHDER/DPA

Mit einer Ausbildungsvergütung von mindestens 1000 Euro ab dem ersten Ausbildungsjahr will die Branche mehr Nachwuchs für sich gewinnen. Die Vergütung gelte ab April für alle Firmen, die Mitglied bei Nordmetall sind und nach Tarif bezahlen. In MV sind das 16 meist große Unternehmen, die mit 4700 Beschäftigten gut 20 Prozent der Metall- und Elektroarbeitsplätze stellen. Dazu zählen unter anderem die MV-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund sowie Liebherr in Rostock.

Jedes dritte Unternehmen der Branche in Norddeutschland findet kaum noch ausbildungsfähige Schulabgänger. In MV ist dieser Anteil mit 62 Prozent sogar fast doppelt so hoch. Laut der gestern vorgestellten Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord klagten zwei von drei befragten Betrieben über Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Der Einstellungsboom der vergangenen Jahre ist wohl erst einmal vorbei: Die Zahl der geplanten Neueinstellungen sank seit dem Frühjahr von 1300 auf 300 Stellen. Insgesamt ist die Stimmung der Branche gedämpft bis positiv: In MV erwarten 31 Prozent der Firmen im kommenden halben Jahr bessere Geschäfte, lediglich 17 Prozent befürchten eine Verschlechterung. Die übrigen gehen davon aus, dass alles bleibt, wie es ist. Die gegenwärtige Situation schätzt dagegen nur jeder vierte Betrieb als gut ein. Im gesamten Nordbezirk beurteilt dagegen jedes dritte Unternehmen seine Lage als gut, lediglich 18 Prozent rechnen im nächsten halben Jahr mit einer besseren Geschäftslage.

„Zahlreiche ungelöste Probleme plagen unsere Industrie“, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch, der zugleich Geschäftsführer der Rostocker SEAR GmbH ist. Hoher Kostendruck und die unsichere politische Weltlage stünden dabei „an erster Stelle“. Sorge bereiten unter anderem mögliche Handelsbeschränkungen mit den USA, der nach Europa zweitwichtigsten Exportregion der Metall-/Elektrofirmen im Norden. Für 34 Prozent der Unternehmen zählen die USA zu den Hauptexport-Staaten. Ein weiteres Problem sei der steigende Kostendruck durch hohe Tarifabschlüsse. gkw

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