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Middelhoff steht wegen Anstiftung zur Untreue vor Gericht

Erneut auf der Anklagebank Middelhoff steht wegen Anstiftung zur Untreue vor Gericht

Noch wenige Monate vor seiner Pleite zahlte der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor millionenschwere Erfolgsboni an den damaligen Konzernchef Thomas Middelhoff und einen weiteren Manager aus.

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Steht wegen des Vorwurfs der Anstiftung zur Untreue vor Gericht: der frühere Topmanager Thomas Middelhoff.

Quelle: Marcel Kusch

Essen. Noch wenige Monate vor seiner Pleite zahlte der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor millionenschwere Erfolgsboni an den damaligen Konzernchef Thomas Middelhoff und einen weiteren Manager aus.

Seit heute müssen sich deswegen Middelhoff und  sechs ehemalige Aufsichtsratsmitglieder vor dem Essener Landgericht verantworten.

Staatsanwältin Daniela Friese beschuldigte die Aufsichtsratsmitglieder bei der Verlesung der Anklage der Untreue. Middelhoff legte sie Anstiftung zur Untreue zur Last.

Insgesamt geht es um Bonuszahlungen in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro, die der Aufsichtsrat Ende 2008 - also nur wenige Monate vor der Pleite des Konzerns - dem scheidenden Konzernchef Middelhoff und dem ebenfalls ausscheidenden Finanzvorstand zubilligte. Der Löwenanteil des Geldes, rund 2,3 Millionen Euro ging an Middelhoff.

Die Manager hätten keinen Anspruch auf die erfolgsabhängigen  Sonderzahlungen gehabt, das sie die in ihren Verträgen vorgesehenen Ziele nicht erreicht hätten, betonte Friese. Das sei den Aufsichtratsmitgliedern auch bewusst gewesen. Auch für die Zukunft habe der Konzern keinen Nutzen durch die Zahlungen erwarten können, da beide Manager im Begriff standen, das Unternehmen zu verlassen.

Doch den Aufsichtsräten seien die wirtschaftlichen Nachteile für den ohnehin angeschlagenen Konzern gleichgültig gewesen. Ihr Ziel sei es gewesen, das Gehaltsgefüge trotz der Turbulenzen, in denen sich Arcandor befand, auf gleichmäßigem Niveau zu halten. Dabei hätten sie „Vermögensverluste großen Ausmaßes“ in Kauf genommen und damit ihre Pflichten verletzt.

Middelhoff legen die Staatsanwälte wegen seiner Mitwirkung an der Entscheidungsfindung Anstiftung zur Untreue zur Last. Middelhoffs Verteidigerin Anne Wehnert wies den Vorwurf allerdings bereits vor Prozessbeginn zurück. „Wir sind zuversichtlich, dass die Beweisaufnahme die Vorwürfe rasch widerlegen wird“, sagt sie der Deutschen Presse-Agentur.

Für den Prozess sind insgesamt 34 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember 2017 vorgesehen. Middelhoff war bereits im November 2014 vom Landgericht Essen unter anderem wegen Untreue zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

dpa

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