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Milchkonzern schließt „Badejunge“-Werk

Bremen/Bergen Milchkonzern schließt „Badejunge“-Werk

Minister Backhaus reagiert scharf: DMK drückt sich um die Verantwortung für die Mitarbeiter auf Rügen

Bremen/Bergen. Der Hersteller des „Rügener Badejungen“ muss schließen. Der Aufsichtsrat des Deutschen Milchkontors (DMK) habe der Stilllegung „mehrheitlich zugestimmt“, hieß es gestern aus der DMK-Zentrale in Bremen.

Die Abstimmung war knapp: Die sechs Vertreter der Arbeitnehmerseite lehnten die Streichliste der Konzernleitung ab, sechs Vertreter der Arbeitgeberseite – alles Landwirte, die Genossenschaftsanteile besitzen – stimmten dafür. „Bei Patt-Situationen hat der Aufsichtsratsvorsitzende doppeltes Stimmrecht. Der hat mit zwei Stimmen für die Schließungen gestimmt“, weiß Sven Sprenger, Betriebsrat in Bergen. Deutschlands größte Genossenschaftsmolkerei begründet die Stilllegung von insgesamt drei Betrieben damit, dass viele Bauern ihre Milchlieferverträge kündigten. Die Werke seien nicht ausgelastet.

Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD) reagierte mit scharfen Worten auf die Entscheidung. „Es gab ernstzunehmende potenzielle Käufer für die Molkerei“, sagte Backhaus. Das Werk abzuwickeln anstatt zu verkaufen, sei „zutiefst enttäuschend“. Das DMK drücke sich um „seine soziale Verantwortung“. Backhaus wolle den DMK- Vorstand „zu einem Gespräch nach Schwerin einladen“, hieß es.

Der Inhaber der „Badejunge“-Markenrechte, einer der Kaufinteressenten für die Molkerei, hatte angekündigt, bei Schließung der Molkerei den Kult-Camembert unter gleichem Namen in Thüringen produzieren zu lassen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Korte, Milchbauer in Bremervörde (Niedersachsen), betonte gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG, dass es „grundsätzlich noch möglich“ sei, das Werk in Bergen an jemanden zu verkaufen, der es weiterbetreiben wolle. Korte: „Im Einzelfall kann das geprüft werden.“

Das bestätigte auch DMK-Pressesprecher Oliver Bartelt. „Wenn ein interessantes Angebot für eine Folgenutzung vorgelegt wird, werden wir uns das sicher anschauen“, meinte Bartelt. Zu verschenken habe man aber nichts.

Betriebsratsvorsitzender Sprenger vermutet: „DMK will nicht an jemanden verkaufen, der ihm die Milch streitig machen könnte.“ Am Montag aber habe DMK-Konzernchef Ingo Müller bei einer Kundgebung gesagt, „wenn sie verkaufen, dann an einen, der Camembert produziert“. Sprenger will morgen auf einer Konferenz der Konzernbetriebsräte nachhaken. Ex-Betriebsleiter Wolfgang Lüth glaubt an eine Zukunft des Werkes: „Der Betrieb ist keine Bruchbude, sondern technisch in einem sehr guten Zustand“. 2017 seien alle Zertifikate, auch für den Bio-Standard, verteidigt worden. Druck kommt von der Branchengewerkschaft NGG. „Alle Kraft muss darauf konzentriert werden, einen Investor zu finden, der die Arbeitsplätze erhält“, sagt NGG-Chef Jörg Dahms. Der Geschäftsführer der Ostmilch Handels GmbH Berlin bekräftigt das Interesse der Firma: „Wir wollen keine Milchsammelstelle einrichten, sondern die Produktion fortführen.“

Elke Ehlers

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