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Milliarden-Investition: Bertelsmann setzt auf Bildung

Berlin Milliarden-Investition: Bertelsmann setzt auf Bildung

Mit Milliarden-Investitionen will Europas größter Medienkonzern Bertelsmann seine hartnäckige Wachstumsschwäche überwinden.

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Der Vorstandsvorsitzende des Medienunternehmens Bertelsmann, Thomas Rabe. Foto: Soeren Stache

Berlin. Mit Milliarden-Investitionen will Europas größter Medienkonzern Bertelsmann seine hartnäckige Wachstumsschwäche überwinden.

Vor allem das Geschäft mit der Erwachsenenbildung in Schwellenländern, in den USA und Asien solle massiv ausgebaut werden, kündigte Vorstandschef Thomas Rabe am Mittwoch in Berlin an. Zugleich räumte er dem Konzern mehr Zeit ein, die von ihm gesetzte Umsatzmarke von 20 Milliarden Euro zu erreichen.

Die Erlöse der Bertelsmann SE & Co. KGaA (Gruner + Jahr, RTL Group, Arvato, Penguin Random House) stiegen 2013 nur um 1,8 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro, während der Gewinn einen Sprung um 42 Prozent auf 870 Millionen Euro machte. Ohne die Zukäufe war das Geschäft allerdings rückläufig (-2,8 Prozent).

„Für 2014 rechnen wir mit einer deutlichen Umsatzsteigerung“, sagte Rabe. Der Umsatz werde bereits ohne Zukäufe bei deutlich über 17 Milliarden Euro liegen. Auch das Konzernergebnis werde wachsen.

Vor einigen Monaten hatte Rabe angekündigt, bis 2016, spätestens 2017, einen Umsatz von 20 Milliarden Euro zu erreichen. Dies könne auch in fünf Jahren sein, sagte Rabe nun. „Wichtig ist, das die Richtung stimmt.“ Dieses Ziel sei nur mit Akquisitionen zu schaffen. 2013 investierte der Konzern knapp zwei Milliarden Euro. In den nächsten Jahren stünden drei Milliarden Euro zur Verfügung.

Vor allem das Geschäft mit der Erwachsenenbildung will Rabe beträchtlich ausbauen. In drei bis fünf Jahren solle Bildung eine Milliarde Euro Umsatz erzielen.

Bertelsmann werde sich auf Online-Studiengänge, Dienstleistungen für Hochschulen und auf medizinische Bildung konzentrieren. „Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften steigt. Von den USA bis nach China sind die Menschen bereit in ihre Bildung und Ausbildung zu investieren.“ Er rechne mit operativen Margen von 20 Prozent und mehr.

Einer der Wachstumstreiber im Konzern ist der Musikrechtemanager BMG. In diesen Wochen werde BMG auf den chinesischen Markt gehen. Der Umsatz des Outsourcing-Dienstleisters Arvato blieb bei 4,4 Milliarden Euro stabil.

Der Umsatz der RTL Group, der größten werbefinanzierte Sendergruppe Europas, sank 2013 um 1,8 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg aber um 45,7 Prozent auf 870 Millionen Euro. Bertelsmann hält 75,1 Prozent der Anteile.

Der Umbau beim Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr wirke, sagte der Vorstandschef. „Das zeigt sich an den Auflagen.“ Er gehe davon aus, dass G + J sich in den nächsten zwei Jahren stabilisieren werde. Das Ergebnis sei trotz des Umsatzrückgangs von 6,9 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro 2013 unter dem Strich positiv gewesen und werde es auch 2014 sein. Sowohl Bertelsmann (75 Prozent der Anteile), als auch die Familie Jahr seien bereit, in den größten Zeitschriftenverlag Europas zu investieren.

Vom Fesselsex-Bestseller „Fifty Shades“ profitiert der weltgrößte Publikumsverlag Penguin Random House (Umsatz: 2,65 Milliarden Euro, +23,9 Prozent) nach den Worten von Geschäftsführer Markus Dohle noch immer, wenn auch deutlich geringer als 2012. „Wir freuen uns auf die Veröffentlichung des Films am Valentinstag 2015.“ Insgesamt wurden bislang mehr als 100 Millionen Exemplare weltweit verkauft.

Schwierig bleibe die Lage bei der Drucksparte BE Printers (Umsatz: 1,1 Milliarden Euro, -7,5 Prozent). Die Belastungen bezifferte Finanzchefin Judith Hartmann für 2013 mit 120 Millionen Euro, etwa für die Schließung des Tiefdruck-Standorts Itzehoe. Rabe betonte, weitere Schließungen seien nicht geplant.

Einen Zeitungsbericht über ein angespanntes Verhältnis zur Eigentümerfamilie Mohn wies Rabe vehement zurück. „Da gibt es keinerlei Verwerfungen.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Mohn lobte in einer Mitteilung „die herausragende Leistung“ Rabes.

80,9 Prozent des Konzerns gehören Stiftungen, allen voran der Bertelsmann Stiftung. Die restlichen Anteile hält die Familie Mohn. Die Stimmrechte liegen vollständig bei der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft. An deren Spitze steht Liz Mohn, die Witwe des 2009 gestorbenen Unternehmenspatriarchen Reinhard Mohn.



dpa

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