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Milliarden-Schäden durch Erdbeben und Sturzfluten

München Milliarden-Schäden durch Erdbeben und Sturzfluten

Licht und Schatten in der Naturkatastrophen-Bilanz des ersten Halbjahres: Es gibt weltweit weniger Tote zu beklagen - aber die Schäden sind deutlich höher. Dazu trug auch die folgenschwere Unwetterserie in Deutschland bei.

München. Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen haben im ersten Halbjahr weltweit deutlich höhere Schäden angerichtet als im Vorjahr. 3800 Menschen kamen ums Leben und damit weitaus weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag in München mitteilte. Damals waren 21 000 Menschen bei Naturkatastrophen gestorben.

Neben mehreren Erdbeben in Japan und Ecuador gehörten die Unwetter in Europa und den USA sowie Waldbrände in Kanada zu den folgenschwersten Katastrophen. Die Gesamtschäden summierten sich in den ersten sechs Monaten auf 70 Milliarden Dollar (rund 63 Mrd Euro), davon waren 27 Milliarden Dollar versichert. Im Vorjahreszeitraum hatte es insgesamt Schäden von 59 Milliarden Dollar gegeben.

Die Ereignisse zeigten, wie wichtig Schadenprävention sei, erklärte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. „Eine gute Nachricht ist, dass durch bessere Baustandards und kluges Vorgehen der Katastrophenhelfer und Behörden Menschen heute schon besser geschützt werden als früher.“

Die Unwetterserie in Europa im Mai und Juni schlug mit insgesamt 5,4 Milliarden Euro zu Buche, davon machten die Schäden durch die schweren Überschwemmungen in Deutschland fast die Hälfte aus. Für 1,2 Milliarden Euro der Schäden in Deutschland kamen die Versicherer auf. Starkniederschläge in einzelnen Regionen Europas seien in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden, erklärte Munich-Re-Experte Peter Höppe. „Daran dürfte der Klimawandel einen Anteil haben.“

Auch das ausklingende Klimaphänomen El Niño prägte die Halbjahresbilanz: Es begünstigte Trockenheit und Hitze und war so mitverantwortlich für die Waldbrände in Kanada ebenso wie für Unwetterserien in Texas, die Milliardenschäden nach sich zogen, wie Höppe erläuterte. „Auch das Ausbleiben von tropischen Wirbelstürmen im Nordwestpazifik bis zur Jahresmitte dürfte davon beeinflusst worden sein.“

Die höchsten Schäden von insgesamt 25 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr verursachten im April zwei Erdbeben auf der südjapanischen Insel Kyushu nahe der Stadt Kumamoto. 69 Menschen starben, Zehntausende weitere mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Weil in der Region nur relativ wenige Menschen gegen Erdbebenrisiken versichert sind, waren lediglich knapp 6 Milliarden Dollar der Schäden durch Versicherungen gedeckt.

Die meisten Todesopfer forderte im ersten Halbjahr ein Erdbeben an der Pazifikküste von Ecuador. Dabei kamen fast 700 Menschen ums Leben, zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Dächer von Einkaufszentren stürzten ein. Von den 2,5 Milliarden Dollar Schaden war nach Angaben der Munich Re auch hier nur ein geringer Anteil versichert, nämlich rund 400 Millionen Dollar.

dpa

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