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Milliardenwette auf die Zukunft: Facebook kauft teure 3D-Brille

Menlo Park Milliardenwette auf die Zukunft: Facebook kauft teure 3D-Brille

Über sein weltweites Online-Netzwerk will Mark Zuckerberg alle Lebensbereiche verbinden. Mit dem Erwerb von „Oculus Rift“ stößt er jetzt in virtuelle Welten vor.

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Sie haben die Brille auf: Computerspieler testen das 3D-Headset Oculus Rift auf einer Messe im Londoner Stadtteil Earls Court.

Quelle: dpa

Menlo Park. Das Geld sitzt locker bei Mark Zuckerberg. Gerade erst legte der Facebook-Gründer 19 Milliarden Dollar für WhatsApp aus den Tisch, jetzt folgen weitere zwei Milliarden für die Entwickler der 3D-Brille „Oculus Rift“. Zuckerberg muss nicht sparen. Sein Online-Netzwerk ist 165 Milliarden Dollar wert — und der steigende Aktienkurs druckt immer neues Börsengeld dazu.

Doch Zuckerberg wirft nicht einfach nur mit Milliarden um sich, er hat eine Vision. Er will, dass Facebook viel mehr ist als ein Online-Netzwerk und die Zukunft mitgestaltet. Jetzt sei die Brille vor allem für virtuelle Realität in Spielen gedacht, „aber wir werden „Oculus“ zur Plattform für viele andere Erlebnisse machen“, kündigte Zuckerberg an.

„Stellen Sie sich das wie bei einem Sitz am Spielfeld-Rand bei einem Match vor: Man kann in einem Klassenzimmer mit Studenten und Lehrern aus der ganzen Welt lernen, einem Arzt gegenübersitzen oder beim Online-Shopping interessante Produkte erkunden“, schwärmte der 29-Jährige.

Noch ist es schwer, sich die „Oculus Rift“ im Alltagseinsatz vorzustellen. Die Videobrille ist ein klobiges Gerät mit mehreren Kabeln. und fühlt sich an, als habe man sich einen Schuhkarton vor den Kopf geschnallt. Doch die Brille lässt die Nutzer schon jetzt in virtuelle Welten eintauchen — und Handys fingen auch einmal als Riesenkisten an. „Als Apple ein Smartphone startete, war das viel waghalsiger als der Kauf von Oculus durch Facebook“, kommentierte Branchenanalyst Benedict Evans.

Beim Kauf von Oculus VR fließen zunächst nur 400 Millionen Dollar Bargeld, der Rest des Kaufpreises wird über Facebook-Anteile finanziert. Und die Aktienstruktur sorgt dafür, dass der Gründer strategische Entscheidungen praktisch allein treffen kann.

Dazu kommt Zuckerbergs Verhandlungsgeschick. Den Kauf der Fotoplattform Instagram als seinen ersten Milliardendeal machte Zuckerberg an einem Wochenende klar, die viel größere Whats App-Übernahme in weniger als zwei Wochen. Oculus habe er monatelang umworben und dabei auch zunächst unwillige Investoren des Start-up überzeugt, schrieb gestern das Technologieblog „Recode“. Der jüngste Deal zeige die „gigantischen Ambitionen“ des jungen Milliardärs, betonte Facebook-Experte David Kirkpatrick, der ein Buch über das Online-Netzwerk geschrieben hatte.

Vielen bereitet die Ausbreitung von Facebook mit seinem Datenbestand von über einer Milliarde Menschen aber auch Sorge. Der Kauf von WhatsApp brachte konkurrierenden Messaging-Diensten Millionen neue Kunden. Nach der aktuellen Ankündigung von Facebook stoppte der Entwickler des Spiels „Minecraft“, Markus Persson, die Zusammenarbeit mit Oculus. Facebook mache ihm Angst, schrieb er bei Twitter. Und begründete in einem Blog-Eintrag: Facebook sei bekannt dafür, „sich um die Steigerung von Nutzerzahlen zu sorgen — und um nichts anderes als die Steigerung von Nutzerzahlen“.

Noch nicht im Handel, aber schon 75 000 Mal bestellt
350 Dollar pro Stück soll die Rift-Videobrille kosten. Entwickelt wurde sie von der Firma Oculus VR, ein 2012 gegründetes Startup-Unternehmen mit Sitz in Kalifornien. Bei Experten hat die Brille, die besonders für Videospiele verwendet werden kann, viel Lob geerntet. Sie ist allerdings noch nicht auf dem Markt. Die Firma hat mehr als 75 000 Bestellungen vorliegen. Mit dem Kauf von Oculus stößt Facebook in den Bereich der Hardware-Produktion vor und konkurriert mit Sony, das ebenfalls Videobrillen entwickelt.

 



Andrej Sokolow

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