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Wirtschaft Millionen-Geschäft Halloween: Der Nordosten verdient mit
Nachrichten Wirtschaft Millionen-Geschäft Halloween: Der Nordosten verdient mit
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00:05 27.10.2016

Erschreckend gute Aussichten: Halloween begeistert in Deutschland von Jahr zu Jahr mehr Menschen. Davon profitiert die Wirtschaft. Handel und Süßwarenhersteller verdienen mit dem Gruselfest viel Geld. Rund 200 Millionen Euro, so schätzt die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie, setzen sie mit Naschereien, Kostümen und Co. um. Der Horrorfaktor kurbelt auch in Mecklenburg-Vorpommern die Geschäfte an.

Das Gruselfest wird immer beliebter / Umsatzschub für Einzelhändler, Süßwarenhersteller und Kostümverleiher

An Halloween scheiden sich die Geister? Nicht in Wirtschaftskreisen. Die haben das Spektakel rund um Zombies und Dämonen längst als lukrative Geldquelle entdeckt. Deko-Läden, Kaufhäuser, Spielzeuggeschäfte – alle locken sie mit Halloween-Ware. „Das Fest hat für uns enorm an Bedeutung gewonnen. Die Nachfrage beim Kunden wächst, unser Angebot deshalb auch“, bestätigt Johannes Hülsmann, Filialleiter von Galeria Kaufhof in Rostock. Accessoires wie Dracula-Zähne, Hexenhüte oder farbige Kontaktlinsen gehen aktuell ebenso häufig über die Ladentheke wie Blutkapseln und Halloween-Schmink-Sets. Verkaufsschlager aber sind Kostüme. Den schaurig-schönen Schick lassen sich Hülsmanns Kunden einiges kosten: Für ein Komplett-Outfit geben sie bis zu 60 Euro aus, sagt der Galeria-Chef. Günstige Modelle seien ab 15 Euro zu haben.

Wer nicht kaufen mag und trotzdem stilecht zur Halloween-Party möchte, leiht. Zum Beispiel im „Klamöttchen“ in Rostock. Durch die Grusel-Garderobe von Inhaberin Katrin Roggatz wühlen sich Halloweenfans aller Generationen. Früher hätten sich hauptsächlich Kinder verkleidet. „Jetzt kommen immer mehr Erwachsene zu mir, selbst Omas und Opas, die mit gruseligen Kostümen ihre Enkel überraschen möchten.“ Gut 150 Kostüme hat sie zu bieten. Beliebt seien Klassiker wie Hexe, Teufel oder Skelett. Aber auch pechschwarze Samtkleider oder das Modell Krankenschwester. Solche Outfits hübschen Roggatz’ Kundinnen mit Extras auf: Sie kleben sich wahlweise Latex-Wunden ins Gesicht, malen sich mit Kunstblut an oder versuchen sich mit Hilfe von Onlinevideos an schaurig-schönen Make-ups.

Den kollektiven Grusel versüßen sich die Deutschen mit Naschwerk. Fruchtgummi-Taranteln, Monsteraugen oder Schokozombies am Stiel: Gut zwölf Millionen Euro setzen Hersteller bundesweit allein mit speziell für Halloween gestalteten Süßigkeiten um. Hinzu kommen Millionen, die sie mit Ganzjahresware machen. Denn viele Verbraucher decken sich mit herkömmlichen Bonbons oder Schokoriegeln ein, um damit Kinder zu beschenken, die am 31. Oktober an ihrer Tür Süßes fordern und mit Saurem drohen.

Um den Süßhunger zu stillen, würden Supermärkte und Discounter ihre Regale zwar von Jahr zu Jahr mit mehr Saisonartikeln bestücken, sagt Kay-Uwe Teetz vom Einzelhandelsverband Rostock. Dennoch sei Halloween im Vergleich zu Weihnachten und Ostern zweitrangig für die Branche.

Für manchen Bauern dürfte sich der wachsende Hype um Halloween hingegen auszahlen. Im Oktober werden die meisten Kürbisse verkauft. Viele landen ausgehöhlt und mit geschnitzter Fratze in Vorgärten.

An der Dekorierfreude der Verbraucher verdienen auch Landwirte in MV mit. Sie haben in diesem Jahr insgesamt etwa 25 Hektar mit Kürbissen bestellt.

Veranstalter machen den Schreck zum Erlebnis. Ob im Mensaclub von Greisfwald oder im Rostocker Mau: Landesweit feiern Mumien, Monster und Zombies dieses Wochenende Motto-Partys. Überschattet wird der Halloween-Spaß allerdings von Horrorclowns, die derzeit bundesweit arglose Passanten attackieren. Deshalb raten Sicherheitsexperten dazu, auf Clownskostüme zu verzichten. Galeria Kaufhof habe die bösartigen Spaßmacher-Masken schon aus den Regalen genommen, sagt Johannes Hülsmann.

Lust auf Grusel?

3 von 4 Familien feiern laut Statistik Halloween.

Die OSTSEE-ZEITUNG will’s genau wissen: Liebe Leser, was halten Sie vom Gruselfest? Gehen Sie auf Horror-Partys? Verkleiden Sie sich und wenn ja, als was? Ziehen Sie mit Ihren Kindern durch die Nachbarschaft auf der Jagd nach Süßigkeiten? Oder gehören Sie eher zu den Halloween-Muffeln? Schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre E-Mail – und über Fotos Ihrer schaurig-schönen Kostüme.leserbriefe@ostsee-zeitung.de

Antje Bernstein

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