Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Mindestpreise an der Fleischtheke? Grünen-Fraktion ist uneins

Berlin Mindestpreise an der Fleischtheke? Grünen-Fraktion ist uneins

Die Grünen und der Fleischkonsum der Deutschen, das ist immer für einen Aufreger gut - Stichwort „Veggie-Day“. Nun fordert der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Mindestpreise. Und wird zügig zurückgepfiffen.

Berlin. Mindestpreise für Fleisch im Supermarkt hat der Agrarexperte der Grünen im Bundestag gefordert - stößt damit aber an der Fraktionsspitze auf Ablehnung.

„Wir brauchen Mindestpreise und müssen Dumpingpreise verbieten“, sagte Agrarexperte Friedrich Ostendorff der „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag). „Für 2,99 Euro kann niemand ein Kotelett gewinnbringend produzieren, bei dem es dem Tier auch noch gut gegangen ist.“

Fraktionschef Anton Hofreiter hielt in der „Passauer Neuen Presse“ dagegen: „Ich halte staatlich verordnete Mindestpreise nicht für den richtigen Weg.“ Zwar sei eine Debatte über Dumpingpreise richtig, angesichts der Krise, in der die Bauern steckten. In diesem Falle handele es sich aber um den Debattenbeitrag eines einzelnen Abgeordneten. Er selbst wolle Marktstrukturen fairer gestalten und die Fördergelder neu verteilen, sagte Hofreiter.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erteilte der Forderung umgehend eine Absage. „Ich bin gegen staatlich festgelegte Preise für Nahrungsmittel“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Das wöchentliche Einheitsschnitzel, zum Einheitspreis wird es mit mir nicht geben.“ Die Zukunft der deutschen Lebensmittelindustrie liege im Qualitätswettbewerb und nicht im Preiskampf. Die Verbraucher seien bereit, für gute Lebensmittel tiefer in die Tasche zu greifen. „Davon profitiert langfristig das Tierwohl, genauso wie die Einkommen der Landwirtschaft.“

Die Landwirtschaft tierfreundlicher zu gestalten ist ein erklärtes Ziel der Grünen. Am Samstag nehmen Hofreiter und Ostendorff an einer von der Fraktion organisierten Konferenz zum Thema faire Tierhaltung in Hannover teil.

Die deutschen Bauern beklagen, dass von den Handelspreisen für Fleisch und Wurst zu wenig bei den Produzenten ankommt. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands bekommt ein Bauer etwa für 200 Gramm Salami nur 26 Cent, für eine Bratwurst im Brötchen nur 20 Cent.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wiesbaden

Trotz der Geldflut der Europäischen Zentralbank bleibt die Inflation niedrig. Verbraucher profitieren vor allem von niedrigen Sprit- und Heizölpreisen. Den Währungshütern bereitet die Entwicklung hingegen Sorgen.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.