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Wirtschaft Mit Kussmund auf den Rhein
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00:00 02.04.2014
Koblenz

„Hallo Franz, hier sind wir“, ruft Annett Prinz einem Mann zu, der die „A-Rosa Flora“ an Kölns Rheinpromenade erwartet. „Das ist unser Lieferant, der Obst und frisches Gemüse bringt“, freut sich die Hotelmanagerin. Am Passagierkai ist es eng, kurzfristig hatte die Hafenbehörde dem Neuankömmling einen anderen Liegeplatz zugewiesen. Kapitän Douwe Tilstra muss kräftig manövrieren, um das 135-Meter-Schiff in die enge „Parklücke“ zu bekommen. Vor, zurück, zur Seite, ran — die Passagiere erleben ein spannendes Anlegemanöver. Die Gäste können dem Schiffsführer dabei auf die Finger schauen. Denn die Tür zur Brücke steht fast immer offen, ein Schwatz mit den Nautikern ist erlaubt. Auf der „Flora“geht es entspannt zu.

„Das ist ja das Besondere an der Flussschifffahrt“, erzählt Annett Prinz. Schon am zweiten Tag kennt die Crew die meisten Gäste. Deshalb stieg die gebürtige Magdeburgerin, die ihre ersten Reisen auf dem legendären DSR-Traumschiff „Arkona“ machte, vor gut zehn Jahren auf die Fluss-Sparte um.

Bei 135 Metern und 82 Kabinen auf drei Decks ist die „Flora“ überschaubar, verlaufen muss sich niemand. Zum Vergleich: Die großen Hochsee-Kreuzliner sind dreimal so lang, haben zehn und mehr Decks und an die 3000 Gäste.

Auf dem Flussliner sind 105 Passagiere bei der Premierenfahrt dabei. Los ging es am Wochenende im niederländischen Amsterdam. Morgen wird der Neubau der Rostocker Reederei A-Rosa in Mainz getauft.

Rund 600 Kilometer hat er dann zurückgelegt: auf dem Amsterdam-Rhein-Kanal, auf Rhein und Mosel. Schön gemütlich.

Am Ufer gleiten Häuser vorbei. An Bäumen und Sträuchern sprießt erstes Grün, auf den Wiesen dösen Schafe in der Sonne. Lastkähne und Tankschiffe schieben sich vorbei, auch andere Flusskreuzliner.

Eilig, so scheint‘s, haben es nur die Radfahrer auf den Deichen.

Es ist ein entspanntes Fortkommen. Ohne Hast und Hektik. Mit elf Kilometern pro Stunde geht es stromaufwärts. „Wir fahren schließlich bergauf“, sagt Kapitän Tilstra. Der Holländer, der 2009 bei A-Rosa anheuerte, ist immer zu einem Scherz aufgelegt. Doch genau genommen hat er recht. Immerhin liegen 400 Meter Höhenunterschied zwischen dem Mündungsdelta des Rheins und dem Bodensee. Ohne Schleusen ist das nicht zu schaffen.

Rund zehn Mal können die „A-Rosa-Flora“-Passagiere erleben, wie sich das 11,40 Meter breite Schiff durch enge Schleusenkammern schiebt. „Das ist ja Millimeterarbeit“, staunt Anne Diekow. Die Rostockerin hat die Reise bei einem Gewinnspiel der OSTSEE-ZEITUNG gewonnen. Und ist begeistert. „Eine schöne Tour und ein sehr gelungenes Schiff“, lobt sie die Warnemünder Neptun Werft. Die 75-Jährige urteilt als Fachfrau: Die Schiffbauingenieurin hat bis 1995 selbst als Konstrukteurin gearbeitet, erst auf der Neptun Werft, später für die Warnow Werft. Auch das moderne Design der Kabinen gefällt Anne Diekow. Die Trendfarben Hellgrün und Brombeer finden sich an Türen, Kissen, Teppichböden — und am Baldachin über dem Bett, den Anne Diekow von einer anderen Schiffsreise kennt.

„A-Rosa und Aida gehörten ja mal zusammen“, erinnert sich die Seniorin, die von ihrem Sohn begleitet wird. Und es gibt noch mehr Ähnlichkeiten: Ebenso wie die Aida-Schiffe ziert die A-Rosa-Kreuzliner ein Kussmund am Bug.

• Galerie:

www.ostsee-zeitung.de



Elke Ehlers

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