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Mit Rückenwind ins Büro: Diensträder kommen gut an

München/Walldorf Mit Rückenwind ins Büro: Diensträder kommen gut an

Pedelecs und E-Bikes sind gefragter denn je / Fahrrad-Branche erhält neuen Schwung

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Pedelecs sind echte Renner auf den Bike-Messen.

Quelle: Marc Müller/dpa

München/Walldorf. Strampeln und schwitzen in Anzug und Krawatte war früher. Wer heute bequem mit dem Rad zum Büro fahren und auch Steigungen spielend meistern will, kann auf Pedelecs und E-Bikes setzen. Als Diensträder mit eingebautem Rückenwind finden sie immer mehr Anhänger, das kurbelt auch den Fahrrad-Markt in Deutschland an. Von der Straße verdrängen werden sie das Heer von Dienstwagen zwar vorerst sicher nicht – aber das Umdenken hat begonnen.

Das zeigt auch die renommierte Messe E-Bike-Days, die an diesem Freitag im Münchner Olympiapark startet. Die Besucher können dort auch viele Modelle zu Testfahrten ausleihen. Mit dabei ist unter anderem das Freiburger Unternehmen JobRad, das Dienstrad-Leasingangebote an Firmen und Arbeitnehmer vermittelt und abwickelt. Mehr als 1500 Arbeitgeber hat JobRad bereits deutschlandweit für das Modell gewonnen, darunter auch den Software-Riesen SAP: Seit gut einem Jahr können Mitarbeiter des Dax-Konzerns mit festem Arbeitsvertrag ein Dienstrad leasen – und auf Wunsch gibt es ein zweites Rad für ein Familienmitglied dazu.

Mit dem Programm sollen Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten unterstützt und die Umwelt geschont werden, wie Projektleiter Marcus Wagner sagt. Per Gehaltsumwandlung nutzen die Mitarbeiter dabei Steuervorteile und an deren Ende günstige Kaufoptionen. Sie können so zwischen 20 und 40 Prozent im Vergleich zum Preis bei einem Barkauf des Rades sparen.

Wann und wie sie die Räder nutzen, bleibt ihnen dabei selbst überlassen – ob für Arbeitsweg, beim Einkaufen oder nur für den Ausflug ins Grüne. Rund 1100 der berechtigten rund 17000 SAP-Mitarbeiter in Deutschland nutzen das Angebot mittlerweile. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, der gerade die diesjährige Initiative „Mit dem Rad zur Arbeit“ gestartet hat, findet die Entwicklung ermutigend. „Man wird mit einem Dienstfahrrad aus einem Hardcore-Autofahrer keinen Hardcore-Radfahrer machen“, sagt ADFC-Sprecherin Stephanie Krone. Wenn aber etwa über Firmenprogramme mehr Menschen die Vorzüge des Radelns für sich entdecken und ihre Erfahrungen auch an andere weitergeben, sei schon viel gewonnen.

Im Jahr 2012 nahm laut der Statistik „Verkehr in Zahlen“ gut ein Zehntel der Berufstätigen in Deutschland für den Weg zum Job das Rad – aktuellere Daten gibt es nicht. Aber: Die Zahl der Kombinierer, die sich zumindest für einen Teil des Arbeitswegs auf den Fahrradsattel schwingen, wächst, und auch die Strecken werden länger.

Hersteller profitieren vom E-Boom

2,4 Milliarden Euro – so hoch war der Umsatz, den die Branche 2015 mit Fahrrädern und E-Bikes machte. Ein Plus um zwölf Prozent. Jedes achte der 4,35 Millionen verkauften Räder war ein E-Bike. Längst sind die Räder nicht mehr nur etwas für ältere Herrschaften. „Die Zielgruppen werden jünger und sportlicher und das E-Mountainbike erfreut sich immer größerer Beliebtheit“, heißt es beim Zweirad-Verband. Auch im Handel gelten Pedelecs und E-Bikes als Treiber: Sowohl in Ballungsräumen als auch im ländlichen Raum wird das E-Bike zur preiswerten Kfz-Alternative, sagt Uwe Krüger vom Institut für Handelsforschung in Köln.

Christine Schultze

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