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München regiert Börsen-Bundesliga erneut

München München regiert Börsen-Bundesliga erneut

Frankfurt gilt als die Börsenstadt, aber eigentlich ist das Maß der Dinge München. Bayerns Hauptstadt beheimatet so viele wertvolle Börsengrößen, dass die Metropole in einer eigenen Liga spielt. Auf den Plätzen dahinter überraschen aber teils auch kleinere Orte.

München. Der Wirtschaftsstandort München vereinigt so viel Börsenwert auf sich wie keine andere Stadt in Deutschland.

Die bayerische Metropole führt die Börsen-Bundesliga aus den drei zentralen Indizes Dax, MDax und TecDax auch dieses Jahr mit großem Abstand an: Insgesamt fast 280 Milliarden Euro Börsenwert entfallen rein rechnerisch auf 14 Unternehmen mit Sitz in München, darunter Schwergewichte wie Allianz, Siemens oder BMW.

Mit etlichem Abstand folgt Bonn auf Rang zwei, wo Deutsche Telekom und Deutsche Post für gut 100 Milliarden Euro Börsenwert sorgen. Das geht aus einer Aufstellung der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende in Hannover vorlag.

Platz drei belegt Leverkusen mit dem Chemie-Riesen Bayer und dessen im MDax notierter Tochter Covestro. Die ersten drei Städte auf dem Treppchen haben ihre Rangfolgen seit 2015 unverändert gehalten.

Dahinter aber ist Bewegung: Wolfsburg, ehemals auf Platz 4, rutscht auf Rang 6 ab. Europas größter Autobauer hat im Sog des Skandals um die manipulierten Diesel merklich an Börsenwert eingebüßt. Um zwei Plätze auf Rang 5 klettert Walldorf mit der Softwareschmiede SAP. Auf den aktuellen vierten Platz hat sich Düsseldorf einen Platz hinaufgeschoben. Dort sorgt Henkel für das meiste Gewicht der insgesamt sieben Unternehmen.

Hinunter bis Platz 20 hat sich seit der vorherigen Erhebung wenig getan. Einzig Bochum ist durch den Verwaltungssitz des Dax-Konzerns und Immobilienspezialisten Vonovia (früher: Deutsche Annington) neu und direkt auf Rang 17 eingestiegen. Berlin steht erstmals in den Top 20 (auf 20). In der Hauptstadt sitzen Axel Springer und Zalando.

Die Rangliste der Börsen-Bundesliga zeigt eine Facette der deutschen Städte und Wirtschaftsgrößen, ist aber auch nur ein Rechenspielchen. Die Marktkapitalisierung dahinter, also der Aktienkurs multipliziert mit der Zahl der gehandelten Wertpapiere, entfällt nicht direkt auf die Städte, sondern auf die Investoren, die oftmals gar nicht in Deutschland sitzen. Auch viele Arbeitsplätze sind zumindest in großen Industriekonzernen vor allem an die Produktionsstätten gekoppelt, die meist über die ganze Welt verteilt sind. Eine klare Tendenz für die Profile der Städte zeigt die Börsen-Bundesliga aber sehr wohl. So ist etwa die enorme VW-Abhängigkeit der Stadt Wolfsburg auffällig. Mit dem Sitz der Unternehmen stehen und fallen zudem Steuereinnahmen.

dpa

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